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Trio Wolkenmeer zu Gast im Göttinger Live-Club Apex

Musik der Welt Trio Wolkenmeer zu Gast im Göttinger Live-Club Apex

Ein Sopransaxophon stimmt eine wehmütige Melodie an. Dann setzt dezente Perkussion und spielerisch leicht die Chitarrone ein, eine 14-saitige Basslaute mit langem Hals aus dem 17. Jahrhundert. Mit einer freien Bearbeitung eines Barockstücks aus derselben Zeit beginnt die dreiköpfige Formation Wolkenmeer ihr Konzert im gut gefüllten Veranstaltungsraum des Göttinger Apex.

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Experimentierfreudig: Düker, Verweijen und Brockhausen (v. l .).

Quelle: Heller

Göttingen. Wolkenmeer ist ein neues Projekt um den Multiinstrumentalisten Beo Brockhausen gemeinsam mit dem Lauten- und Gitarrenspieler Andreas Düker und dem Perkussionisten Job Verweijen.

Um sich herum geschart haben sie eine Fülle von exotischen Instrumenten unterschiedlichster Herkunft, deren Klangpotenzial und Zusammenwirken sie in vielen Sessions ausprobiert haben.

Im afrikanischen Wiegenlied „Thula“ kommt standesgemäß eine Udu, ein nigerianischer Tonkrug zum Einsatz, dem tiefe wohlklingende Perkussionslaute entlockt werden könne. Barockgitarre und Bassklarinette führen die Melodie. Die Mohan Veena, eine indische Slidegitarre steht für einen anderen Kulturkreis. Sie wird von Brockhausen liegend und mit kleinen Fingerhüten gespielt.

In den brasilianischen Regenwald führt eine gleichnamige Eigenkomposition. Verweijen lässt einen Musikbogen aus dem Nordosten Brasiliens, die Berimbau, erklingen. Flöte und Barockgitarre kommen hinzu, das Stück steigert sich in einen rhythmischen Fluss und nimmt Fahrt auf.

Beim Einsatz eines irischen Dudelsacks, den Uillleann Pipes, „ist man angeschnallt und es gibt einen Airbag“ wie Brockhausen humorvoll erläutert. „Auf abenteuerliche Weise kommt dann die Luft in die Melodieflöte“.

Volkstümliche Melodien aus verschiedenen Ländern erklingen in einem Potpourri. Rollende, wurzellose Büsche in der amerikanischen Wüste und deren Spiel im Wind werden in „Tumbleweeds Drift“ zum musikalischen Thema. Darin führen neben Bassklarinette und sechs-chöriger spanischer Gitarre Metallglocken die Melodie. Letztere sind teils nach einer jüdischen Gebetstonleiter und teils nach einer arabischen Tonleiter gestimmt. Passend nennt Verweijen sie „Bells of peace“.

Mit „Canarios“, einem Tanz von den kanarischen Inseln, endet das Konzert. Traditionelle afrikanische Instrumente wie Talking-Drum, Udu und Ngoni geben dem Lied ein westafrikanisches Flair, bis eine Querflöte keltische Elemente hinzufügt. Dass Musik völkerverbindend sein kann, hat das Konzert von Wolkenmeer eindrucksvoll gezeigt. Ihre Klänge sind Weltmusik in engerem Sinne. Das Publikum hat die Gruppe hörbar gerne auf dieser musikalischen Weltreise begleitet.

Von Jörg Linnhoff

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