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Kraft jenseits der Klänge

Christian Scott Kraft jenseits der Klänge

Der US-amerikanische Trompeter Christian Scott und sein Band tauchten in ihren eigenen Kosmos ein – ernste, laute, urbane Musik. Der aus New Orleans stammende Musiker führte in die spirituelle Tiefe der afroamerikanischen Musik. Sein Auftritt am Sonnabend war der Höhepunkt des diesjährigen Jazzfestivals.

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Christian Scott

Quelle: aib

Scott biegt seinen Körper, wenn er auf seiner Trompete improvisiert und Melodien aus Tönen peitscht. Sein Ton klingt mal wie ein Schrei, mal erinnert er an Polizeisirenen. Seine Band katapultiert die Musik zusätzlich auf ein höheres Energieniveau: Logan Richardson improvisiert  auf dem Altsaxofon abstrakt, aggressiv und hochintensiv. Dazu explorieren die komplexen Rhythmen des Schlagzeugers Corey Fonville und die hypnotischen Bassläufe von Luques Curtis.

Der sympathische 33-jährige Trompeter führt die Tradition afroamerikanischer Musik weiter. Sein Spiel verweist immer wieder auf die große Jazz-Historie: Es hat die brennende Tiefe eines John Coltrane oder Miles Davis, die kompakten Themen erinnern an Hard Bop – und auch seine oben gebogenen Trompete darf als Verweis auf den Bebop-Vater Dizzy Gillespie gedeutet werden. In seinen Ansagen erinnert er an die oft übersehene religiöse und politische Dimension dieser Musik und die ihr innewohnende positive Energie. Man spürt: die Musik kommuniziert mit einer Kraft jenseits der Klänge.Nach neunzig Minuten ist die Musik verklungen. Das Publikum feiert Christian Scott und seine Band euphorisch mit stehenden Ovationen. Das Ritual ist zu Ende.  uhi

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