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„Tschiller: Off Duty“ und "Gänsehaut"

Trailer-Preview „Tschiller: Off Duty“ und "Gänsehaut"

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: In "Tschiller: Off Duty" schießt sich Till Schweiger als hitzköpfiger Tatort-Kommissar Nick Tschiller von Hamburg nach Istanbul und Moskau. In "Gänsehaut" blödelt Jack Black mit selbst erschaffenen Grusel-Monstern. Was verraten die Trailer über die Filme? Sven Grünewald und Finn Lieske haben sie sich angesehen.

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Unser Mann in Istanbul: Til Schweiger in "Tschiller: Off Duty".

Quelle: DPA

Göttingen . Es sieht aus wie Chuck Norris ohne Bart, es riecht nach Militäreinsatz an der Heimatfront – und wirklich, es ist der zweite Schweiger-Tatort. Anders, als der Titel suggeriert, sogar auf Deutsch. Spielt aber im Ausland.

Der Trailer läuft ganze drei Minuten. Werden es die längsten drei Minuten im Leben eines Filmrezensenten, lautet die erste bange Frage. Dicht gefolgt von: Wie viel Fremdschämen kann ein Mensch ertragen? Der Play-Button gibt die Antwort – und es beginnt vielversprechend: düsterer Soundtrack, super-dramatisch.

Schweiger macht eines deutlich: Die Sprache der Gewalt ist universell verständlich. Humor hingegen weniger. Zum Glück gibt es unfreiwillige Komik. Wenn Schweiger „Ich sprech kein Fleischklops“ zu einem übergewichtigen amerikanischen Gefängnisinsassen in einem amerikanischen Gefängnis – das authentisch überfüllt, aber wenig authentisch mit null Schwarzen belegt ist – sagt, dann werden die global-gesellschaftlichen Ernährungsprobleme und Verständnisschwierigkeiten mit ungemein hoher metaphysischer Durchdringungstiefe auf den Punkt gebracht. Aber es interessiert auch schnell niemanden mehr, denn gezielte Faustschläge bringen das Weltbild wieder in ein überschaubares Format.

Tschiller verspricht eine Mischung aus „Taken“ (Tochter entführt), „James Bond“ (viele Schauplätze und der Versuch der Weltläufigkeit) und „Sprachlernkurs English, Lektion 1: Aussprache“ – in der Zelluloid-Version für Fußgänger. Wer nicht weiter nachdenken will, kann sich auf die bunten Bilder freuen: ein Teenager mit ner Kanone, Bikini-Schönheiten vor San Francisco und sinnlose Auto-Action.

Ein wenig bekannter Til Schweiger Fact lässt sich sehr gut auf das versprochene Tatort-Fest anwenden: Einmal warf Chuck Nor…- äh, Til Schweiger eine Handgranate und tötete damit 100 Leute. Zwei Sekunden später explodierte sie.

Jack Black in einem Horrorstreifen? Der Anfang des Trailers lässt erstmal nicht auf einen typischen Film mit ihm schließen. Als aber der trottelige Freund des Nachbarsjungen vom Zaun fällt, ist es vorbei mit der Maskerade. Selbst die von Jack Black (im Film Autor von Grusel-Büchern) erschaffenen Monster sind nicht wirklich zum fürchten – dafür sind aber Lacher garantiert. Wer könnte sich das bei einer Horde mordlüsterner Gartenzwerge schon verkneifen?

Einige Gags scheinen zwar doch eher vorhersehbarer Natur zu sein. Wer hat wirklich damit gerechnet, dass der zur Hysterie neigende Freund des Nachbarsjungen still ist, wenn vor ihm ein soeben zum Leben erweckter Schneemensch steht? Indes erinnert die Idee stark an die Erfolgsreihe „Tintenherz“ von Cornelia Funke – eben nur in albern und mit Schluckaufgarantie. Auch das mysteriöse Haus von nebenan mit der schönen Tochter und dem mürrischen Vater sind keine bahnbrechend neuen Stilelemente.

Und wer schon gefürchtet hat, Jack Black könnte tatsächlich eine ernste Rolle spielen, den wird spätestens die Szene im Supermarkt beruhigen, als der Autor versucht sich mit Deo vor einem Werwolf (der nicht riechen kann) zu verstecken. Der Trailer lässt hoffen, dass die recht einfach gestrickte Story mehr als genug Raum für Albernheiten und Situationskomik lässt. Ein unsichtbarer, ohrfeigenverteilender Geist ist jedenfalls ein guter Anfang...

Von Finn Lieske und Sven Grünewald

Alle Filmstarts in Göttingen in dieser Woche finden Sie in unserer Playlist:

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