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Tüdelband begeistert mit Platt-Pop

Nörgelbuff Tüdelband begeistert mit Platt-Pop

”An de Eck steiht’n Jung mit’n Tüdelband...” ist das wohl bekannteste Hamburger Volkslied. Erstmals aufgeführt 1917 im damaligen Bieber-Café am Hamburger Hauptbahnhof stand es Pate für den Namen der Tüdelband. Diese spielte standesgemäß Popsongs mit plattdeutschen Texten im Nörgelbuff.

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Haben sich auf Platt-Pop spezialisiert: Die Tüdelband-Mitglieder bei ihrem Auftritt im Nörgelbuff.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Die vier Nordlichter aus Hamburg nennen ihre Musik schlicht Platt-Pop. Mire Buthmann ist für das Songwriting verantwortlich, singt und spielt Akustikgitarre und Akkordeon. „Tohuus is dor, wo mien Hart sleit...“ (Zuhause ist da, wo mein Herz schlägt) singt Buthmann in „Tohuus“. Sie ist auf dem platten Land in Schleswig-Holstein aufgewachsen.
Das Musikstudium führte sie nach Hamburg, wo sie auch ihre Mitstreiter Malte Müller, Schlagzeug, Gesang, Lars Knoblauch, E-Bass, Kontrabass, Gesang und Micha Hetmann, Gitarren und Gesang kennenlernte und 2009 die Band gründete.
Dekorativ zieren Dünen-Attrappen aus Holz den Bühnenrand. Entsprechend verspielt ist auch die Illustration ihrer aktuellen Platte „Ganz goot“ ausgefallen, auf der die Band eine große Sandburg am Meer baut. Een, twee, dree, hey! Mit dem kürzesten Gedicht op Platt begrüßt Buthmann die Besucher und fragt erst mal, ob sie auch Plattdeutsch, in dem die Sängerin fortan auch ihre Stücke anmoderiert, verstehen.
Eingängige, wunderbar instrumentierte Melodien zeichnen die Lieder der Band aus. In diesen geht es um Veränderungen, Heimat, lange Nächte oder echte Freundschaften. „So‘n Schietdreck, mien Uwe steiht op Jungs...“, Geschichten, wie die von „Uwe“, der leider auf Jungs steht, oder Lotta, die schon immer lange Haare hatte, bevor sie diese eines Tages abschneidet („Jeden Dag“), spinnen einen humorvoll bodenständigen roten Faden durch die Lieder der Band.
Erfrischend sympathisch kündigt Buthmann, eine echte norddeutsche Frohnatur, ihre Songs an und versucht immer wieder, die Besucher zum Mitsingen und Mitmachen zu animieren. Die Geschichte um Hilde, in die Thorsten schon als kleiner Junge verliebt war, führt sie humorig mit aus Socken gefertigten Handpuppen ein. In Gedanken an die „Droomfruu“ (Traumfrau) hat ein Typ jeden Abend am Tresen sitzend den Blues und zu „Buten an´t Meer“ (Draussen am Meer) zaubert das Akkordeonspiel von Buthmann Melodien voller Sehnsucht und Fernweh. Beim „Shietwetter Blues“ schlägt sie einen riesigen Schirm auf, um Hetmann während eines E-Gitarrensolos vor Wind und Wetter zu schützen. Mit einem akustischen Ständchen im Kreise des begeisterten Publikums packt die Band dann ihren „Koffer“.
Eine echte Entdeckung, spritzig, witzig und „ganz goot“!
 

Von Jörg Linnhoff

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