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Überall Musik: Rock, Gospel, Indie und Folk

4. Indoor Altstadtfest Überall Musik: Rock, Gospel, Indie und Folk

„Telesushi“ sind die erste Band, die im Rahmen des 4. Indoor Altstadtfest in Göttingen im Nörgelbuff spielen. Zehn weitere Locations waren am Freitag mit von der Partie. Einmal zahlen, alles sehen, lautet die Devise.

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Eine gute Portion „Telesushi“ zum Beginn des Indoor Altstadtfestes: Die Göttinger Band im Nörgelbuff.

Quelle: Heller

Der Nörgelbuff ist für die frühe Zeit schon gut gefüllt. Ausgelassen und beschwingt ist dort die Stimmung. „Telesushi“ bringen alternativen Pop auf die Bühne, der melodisch und fröhlich klingt. Leichte Einflüsse von Indie Rock sind ebenso herauszuhören. Frontfrau Karin Reilly singt mit kräftiger Stimme, während „El adrenalid“ am Schlagzeug einen fließenden Groove erzeugt. Mit Robert Fledrich am Bass, Olaf Tauer an der Gitarre und Michael Schluff am Keyboard bekommt das ganze einen warmen, stimmungsvollen Klang, bei dem man schwer weghören kann.

Zeitgleich ertönten in der Johanniskirche die Klänge des hauseigenen Posaunenchors. Die hervorragende Akustik machte dies zu einem besonderen Erlebnis. Wie jedes Jahr wurde rund um den Kirchenplatz gegrillt und Stockbrot gebacken. Diesmal erschwert durch leichten Regen, aber das störte nur wenige Besucher.

In der Tangente war die Gangart dann schon etwas härter. Eigentlich sollten „2nd Stage“ hier auftreten und sie taten es auch. Allerdings mit einem neuen Anstrich. „Fantastic Frequency“ heißen sie nun und mit Friedi Will ist ein neuer Gitarrist in die Band gerückt. Der haute dann auch gleich technisch perfekt in die Saiten, ebenso wie sein Kollege Achim Hanke am Bass, der eine ordentliche Leistung ablieferte. Dazu zimmert Chris Lattemann einen harten Beat auf seinen Drums und Sängerin Barbara Olze stimmt mit ihrer leicht rauen Stimme ein. Heraus kommt dabei purer Rock, ohne allerdings besonders herauszustechen.
Während die Tangente halb gefüllt war, platzte das Cartoon aus allen Nähten. Dort spielten unter anderem die Liedermacher „Splandit“ aus Braunschweig, die dem Publikum sichtlich Spass bereiteten. Auf deutsch und englisch spielten El Packo an der Gitarre, Obst am Bass und Mr. Mojo am Cajon Cover und eigene Stücke und animierten die Zuschauer des öfteren zum Mitsingen. Wenn gesanglich auch nicht auf höchsten Niveau, hört sich das Trio doch ansprechend an und die Texte lassen einen gewissen subtilen Witz erkennen.

In die gleiche Kerbe schlagen „Krachsalat“, die nach „Splandit“ im Cartoon auftraten. Das Duo mit Tobias Steinmann am Klavier und Melvin Haack an der Gitarre boten Musik-Kabarett mit ansprechenden Texten. Meist zweistimmig gesungen, waren die beiden eine musikalische Bereicherung des Abends.
Ein ganz anderes Publikum zogen „To resist fatality“ an. Mit Lederjacken und langen Haaren bewaffnet, stürmten viele das Blue Note, wo die Metalband spielte. Double Base und schnelle Gitarrenriffs bestimmen dort das Geschehen. Auch einige Headbanger kann man entdecken. Sänger Andy growlt in sein Mikro, eine Technik, die die Stimme tief und aggressiv erscheinen lässt. Der Sound der Band bleibt aber mehr ein Brei.

Den Abschluss bestreiten „Paddys Funeral“ im Exil. Und sie legen mit einer unheimlichen Power los. Irischer Folkrock gekreuzt mit Punk und Rock bestimmen den Klang der Kombo. Fiedler Knauf an der Geige heizt mit seinem Spiel den Zuschauern ganz schön ein und Sänger Jan gibt alles, um die Menge weiter zum kochen zu bringen. Grischa an der Gitarre haut einige blendende Riffs heraus und Sascha am Bass und Marvin am Schlagzeug untermauern den schnellen und rockigen Gesamteindruck. Ohne Pause powern die fünf weiter, so dass man Lust bekommt sich grün anzumalen und ein Guiness nach dem anderen zu trinken, was wohl einige auch getan haben. Danach ist musikalisch Schluss in der Göttinger Innenstadt, für viele ging die Feier aber bis in die Morgenstunden weiter.

Von Jascha Grewe

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