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„Überfluss“: 14 Künstler aus dem Atelierhaus stellen in der Musa Göttingen aus

Viel Abfall in der Welt „Überfluss“: 14 Künstler aus dem Atelierhaus stellen in der Musa Göttingen aus

„Überfluss“ heißt eine Ausstellung von Künstlern aus dem Atelierhaus hinter Musa am Hagenweg, die derzeit in einem Saal der Musa zu sehen ist. Der Begriff Überfluss hat fast alle der beteiligten Künstler zu einer Gesellschaftskritik animiert.

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Von Christine Herbold-Ohmes: Wurzelfiguren auf dem Überfluss.

Quelle: Heller

Göttingen. Inge Böhmer beispielsweise malt Ziegen, die an dürren Sträuchern knabbern.

„Im Sudan bei Meroe grünt die Wüste“, hat sie die beiden Bilder genannt. Doch was da grünt, sind keine Pflanzen, es sind Plastiktüten, die der Wind in der Wüste verteilt hat. Müll im Überfluss. Das findet auch Christine Herbold-Ohmes, deren „Wurzelfiguren auf dem Über-Fluss“ treiben, kauzige Kerlchen, die in leeren Verpackungen schippern. Kristine Kuhlmann hat den Begriff „Gefundenes Fressen“ unmittelbar übersetzt.

In ihrem Bild ist der Bauch eines Vogels vollgestopft mit Müll. Manfred Pilz hat Tonnen im Raum drapiert. Ihre Farbe und aufgedruckte Zeichen weisen sie als Behälter für radioaktiven Müll aus, gedankenlos entsorgt. Bianca Methe kritisiert mit ihre Installation zahlreicher Äpfel den Umgang mit Lebensmitteln, und Marianne Tönsmann-Rätzke hat eine Materialcollage zur Atomkatastrophe von Fukushima gestaltet, und wirbt daneben für Windkraft.

Die schönste Arbeit der Ausstellung zeigt aber Inge Böhmer. Milch im Überfluss rauscht eine geschwungene Rinne hinunter. Ein Seidentuch steht für die Flüssigkeit, die sich in der äußeren Holzschicht eines hohlen Maronenbaumes ergießt. Das schwingt viel Poesie mit, die den anderen Werken meist abgeht vor lauter Gesellschaftskritik. Eine sehr gut gemeinte Ausstellung.

Praktische Hilfe wollen die Künstler allerdings auch leisten. Sie bitten Ausstellungsbesucher, für die Opfer der Erdbeben in Nepal zu spenden.

Bis Sonntag, 17. Mai, täglich von 15 bis 18 Uhr in der Musa, Hagenweg 2a.

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