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„Und dann gabs keines mehr“ im Theater im OP Göttingen

Klassischer Krimispaß „Und dann gabs keines mehr“ im Theater im OP Göttingen

Die Qual der Wahl hatte das Publikum noch bevor es mit der Premiere von „Und dann gabs keines mehr“ in der Notaufnahme des Theaters im OP (ThOP) losging. Es hieß zunächst, zwischen dem Happy End der Theaterfassung und dem weniger erfreulichen Ende des Originalromans von Agatha Christie zu entscheiden.

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Bestürzte Abendgesellschaft: Mr. Blore (Christian Feuerhake), Lawrence Wargrave (Tobias Wojcik), Philip Lombard (Georg Merz), Vera Clayrhorne (Lena Aust), Lady Emily Brent (Monika Giro).

Quelle: Meyer

Göttingen. Denn für beide Varianten ist das Ensemble unter Leitung von Regisseur Sebastian Braatz präpariert und möchte sich Abend für Abend von der Entscheidung der Anwesenden überraschen lassen.

Bei der Premiere hat im Publikum offensichtlich der Wunsch nach einem erfreulichen Ausgang der Geschichte um zehn sich unbekannte Menschen überwogen, die von mysteriösen Gastgebern unter einem Vorwand auf eine abgelegene Insel geladen werden.

Die mehr oder weniger traute Runde, die im ThOP von einem bestens aufgelegten Ensemble gespielt wird, dezimiert sich nach kurzer Zeit jedoch rasant, wobei die Strophen des alten Kinderliedes „Zehn kleine Negerlein“ eine entscheidende Rolle spielen.

Die Inszenierung spielt den ganzen Charme des klassischen Krimi-Spaßes und seiner skurrilen Charaktere – darunter der kauzige General a.D. John G. McKenzie (Albert Vogel) und der pensionierte Richter Lawrence J. Wargrave (Tobias Wojcik) – aus und kann sogar auf eine eigens von Bernd Schumann (Deutsches Theater Göttingen) komponierte Bühnenmusik zurückgreifen.

Dabei zeigt Lena Aust als Vera Elizabeth Claythorne, die Sekretärin der unbekannten Gastgeber, nicht nur schauspielerisches sondern auch gesangliches Talent, wenn sie der versammelten Gästeschar das namengebende Kinderlied vorsingt.

Im heimelig kleinen Raum der ThOP-Notaufnahme erhält das Stück, das rundum und zwischen den wenigen Reihen des Publikums gespielt wird, einen besonders persönlichen, gemütlichen Akzent. Die gut gewählten, aufs Nötigste reduzierten Ausstattungsgegenstände zeichnen dabei stilecht das Bild eines gediegenen englischen Inselanwesens der 1930er Jahre, also der Zeit, in der das Stück auch ursprünglich spielt.

„Und dann gabs keines mehr“, konnte man in dieser Happy End-Fassung dann doch nicht sagen. Aber was, wenn das Publikum bei der nächsten Aufführung anders entscheidet?

Weitere Aufführungstermine sind am 10., 12., 13., 15., 17., 19. und 20. Dezember um 20.15 Uhr in der Notaufnahme des Theaters im OP, Käte-Hamburger-Weg 3. Für alle Vorstellungen sind nur noch Restkarten an der Abendkasse verfügbar.

Von Isabel Trzeciok

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