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Undine in Mariaspring

Lesung und Musik um die Märchengestalt von Friedrich de la Motte Fouqué in Undine in Mariaspring

Das Wasser rauscht’, das Wasser schwoll: Schon Goethe ließ schäumenden Wellen eine Meerfrau entsteigen. Die Romantiker taten es ihm nach. Ein apartes Exemplar dieser Gattung schuf Friedrich de la Motte Fouqué mit seiner Undine.

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Liest „Undine“: Julia Hansen.

Quelle: Heller

Schauspielerin Julia Hansen sowie Julia Bartha (Klavier) und Birte Simon (Flöte) erkundeten in Eddigehausen die Seelenlage eines ganz besonderen Geschöpfs.

Ritter Huldbrand verliebt sich unsterblich in das bezaubernde Wasserwesen und nimmt sie zur Frau. Diese gerät damit in das Spannungsfeld zwischen Geister- und Menschenwelt: Bald schon gibt es Probleme mit der geisterhaften Verwandtschaft Undines.

Von einem Märchentanten-Ton sowie von allzu großer Larmoyanz gleichweit entfernt, legte Julia Hansen die zermürbenden Konflikte der Undine als Wanderin zwischen den Welten mit ergreifendem Ernst frei. Mit großer suggestiver Kraft stellte sie das Personal des Stücks vor Augen. Grundiert war ihr Vortrag dabei von einem resignierenden, ja fatalistischen Ton, der dem Text ausgezeichnet stand.
Birte Simon und Julia Bartha umrahmten die drei Leseabschnitte Hansens mit der „Undine-Sonate“ von Carl Reinecke. Und fügte das musikalisch effektvolle Stück dem Text auch kaum neue Aspekte hinzu, so setzten die Musikerinnen es doch klangschön mit souveräner Gestaltungskraft um. Julia Bartha schien dabei mit ihren virtuos sprudelnden Läufen auf dem Klavier das überschäumende Temperament Undines nachzuzeichnen, während Flötistin Birte Simon mit schönen Kantilenen im „Intermezzo“ auf die unbeschwerte Kindheit Undines hinzuweisen schien.

Begeistert applaudierten die Besucher den Künstlern, die vor ausverkauftem Hause spielten: dem randvoll besetzten Konferenzsaal der Heimvolkshochschule Mariaspring. Und hätte eine Aufführung draußen, direkt an der Quelle Mariaspring, noch andere Reize geboten als das Ausweichquartier, so lautete dessen Adresse immerhin „Rauschenwasser 78“.

Von Matthias Körber

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