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Konzert zum Semesterende

Unichor und Uniorchester Konzert zum Semesterende

Ein Abend monumentaler Werke: Das Semesterkonzert des Göttinger Universitätsorchesters und des Universitätschors hat mit Schuberts "Großer" Sinfonie und Puccinis "Messa Di Gloria" zwei Kompositionen geboten, die den langen Atem und Sinn für Spannungsbögen erfordern.

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Begeisterten mit ihrem Schubert-Programm: Unichor und Uniorchester.

Quelle: Swen Pförtner

Göttingen. Orchester und Chor begeisterten mit diesem Programm unter der bewährten Leitung von Ingolf Helm ihr Publikum in der Aula am Wilhelmsplatz.

Franz Schubert (1797-1828) scheint in seiner "Großen C-Dur Sinfonie" seine Quintessenz des Lebens hör- und fühlbar machen zu wollen. Das Werk zeigt die unterschiedlichen Facetten des Seins: aufwühlende Dramatik, friedliche Zuversicht und die Gleichzeitigkeit von beiden Stimmungen. So geht das Orchester den ersten Satz nach dem Hornthema voller Spannung an, zeigt aber auch ruhige Momente. Der zweite Satz wirkt feierlich als käme er aus himmlischen Sphären, und Jonas Kaudelka brilliert mit Melodiebögen auf der Oboe. Im dritten Satz schafft der Klangkörper eine Doppelbödigkeit zwischen Freude und Tragik. Majestätisch strahlt der finale Satz: Das Orchester hebt die Musik noch einmal auf ein weiteres Niveau. Helm und das konzentriert spielende Orchester interpretieren das fast einstündige Werk mit seiner schönen Melodik bis zum letzten Takt kraftvoll und überzeugen mit der nötigen Schärfe, aber auch mit Sinn für zarte und leise Passagen.

Nach der Pause durften die Zuhörer den für weltliche Opern bekannten Giacomo Puccini (1858-1924) neu entdecken: Der 80-köpfige Universitätschor sang dessen "Messa di Gloria" - ein geistliches Frühwerk des Komponisten. Das 50-minütige Werk ist ein Glaubensbekenntnis an Gott und Jesus. Entsprechend jubilierend und hingebungsvoll singt der Chor. Dabei changiert er zwischen samtweichem Gefühlsausdruck und energiegeladener Kraft. Immer wieder steigert er zusammen mit dem begleitenden Orchester die musikalische Intensität. Eine gute Wahl waren die Gesangssolisten: Tenor Udo Gottswinter singt angenehm klar, Bariton Jean-Christophe Fillol verfügt über spirituelle Tiefe. Chor, Solisten und Orchester erreichen, dass die Schönheit der Musik die Hörer aus dem Alltag entreißt und ihn in höhere Sphären erhebt.

Das Publikum bedankt sich für die große Leistung der rund 140 Mitwirkenden mit frenetischem Beifall.

Weiteres Konzert

Der Göttinger Universitätschor und das Universitätsorchester bieten eine weitere Aufführung des Programms am Sonnabend, 9. Juli, um 20 Uhr in der Aula der Universität am Wilhelmsplatz in Göttingen.

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