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Unverbesserlich gute Songs

„Fräulein Wunder“ im Nörgelbuff: Mit rauchig-souliger Stimme beginnt Sandra Kawka. Unverbesserlich gute Songs

Moderiert von Frau Pauli gab es im Nörgelbuff den dritten von vier an den Jahreszeiten orientierten Abenden über die weibliche Seite der Musik, eine Nachwuchsbühne mit Livemusik und Talk für Frauen. Gäste des Herbstabends zum Thema „Reich und Schön“ waren Nadine Maria Schmidt und Sandra Kawka.

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„Fräulein Wunder“ im Nörgelbuff: Mit rauchig-souliger Stimme beginnt Sandra Kawka.

Quelle: Jörg Linnhoff

Göttingen. Göttingen. Moderiert von Frau Pauli gab es im Nörgelbuff den dritten von vier an den Jahreszeiten orientierten Abenden über die weibliche Seite der Musik, eine Nachwuchsbühne mit Livemusik und Talk für Frauen. Gäste des Herbstabends zum Thema „Reich und Schön“ waren Nadine Maria Schmidt und Sandra Kawka.

Die Abende vermitteln mit stets liebevoll gestalteter Bühne eine gemütliche Atmosphäre. Beide Künstlerinnen spielen im Wechsel je zwei Sets. Dazwischen dürfen sie sich dem charmant humorvollen Talk mit Frau Pauli stellen, die den Abend auch singend zur Gitarre mit dem Lied „Tennis“ einläutet.

In der Herbstausgabe geht es auch um Verluste. Passend dazu hat die aus Leipzig kommende Schmidt ein Album mit dem Titel „Lieder aus Herbst“ herausgebracht, das gleich zweifach für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert wurde.

Ihre mal brüchig, tiefe, dann wieder zärtlich hohe Stimme ist so kontrastreich, dass mit geschlossenen Augen lauschend der Eindruck gewonnen wird, auf der Bühne zwei unterschiedliche Personen singen zu hören. Ihre Lieder erklingen vorwiegend in Moll-Tönen. Sie habe mit ihrem Partner das verflixte siebte Jahr überstanden, erzählt Schmidt. „Zu der Zeit noch Schwalben“ ist ihr Liebeslied dazu. Der Flüchtlingszug über das Mittelmeer hat sie inspiriert, das sehr bewegende Lied „Aluna - Meine Mutter war ein Flüchtling“ zu schreiben. Dies wurde 2016 auf dem Titelblatt der Jubiläumsausgabe der „ZEIT“ als ein „unverbesserlich gute(r) Song“ bezeichnet.

Im Gespräch mit Frau Pauli erzählt Schmidt, dass sie eine musikalische Spätstarterin und reine Autodidaktin sei. Sie habe erst mit 23 Jahren begonnen, Gitarre zu spielen, zu singen und zu schreiben. Ihr schönster Verlust sei, sich nicht mehr so schnell zu ärgern und ihr größter Verlust der Tod ihrer geliebten Trabi-Oma.

Etwas sympathisch nervös, mit leicht rauchig souliger Stimme, beginnt Sandra Kawka ihren Auftritt, teilweise begleitet von Christian Giersig am Klavier und Helen Landzettel an der Violine. „Alles nur für dich“ ist die humorige Aufarbeitung eines für sie beeindruckenden Gedichts, das ihr ein Junge während der Schulzeit geschrieben habe. Dieser sei etwas anders gewesen, wie sie augenzwinkert angibt, und habe nachts auch mal unter ihrem Fenster gestanden. Ihre Songs bewegen sich zwischen „lustig deutsch und tragisch englisch“, wie Pauli passend resümiert.

Kawkas schönster Verlust sei der ihrer alten Gitarre, die, mit zu vielen Stickern beklebt, letztendlich ihren guten Klang verloren habe, erfährt das begeisterte Publikum zum Ende.

Ein inspirierender Abend mit charmanter Umsetzung und tollen Künstlerinnen. lin

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