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Aus drei mach eins

„Gänseliesel träumt“ Aus drei mach eins

Es waren einmal drei Märchen. Die hatten die Brüder Grimm aufgeschrieben. Dann kam Erich Sidler, Intendant des Deutschen Theaters (DT) Göttingen, und wollte das ändern. Er beauftragte Jürgen Popig, ein Märchen daraus zu basteln. „Gänseliesel träumt“ heißt es und hatte am Sonnabend Uraufführung im Großen Haus.

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Quelle: r

Göttingen. Prinzessinnen gibt es, und einen König. Auch ein Prinz tummelt sich auf der Bühne, doch der ist nicht besonders clever. Ein sprechendes Pferd ist dabei und eine hinterhältige Magd. Man kann ruhig verraten, dass am Ende alles gut ausgeht, denn Autor Popig, leitender Dramaturg Schauspiel am Theater Heideberg, bewegt sich in der Tradition der Grimms. Er hat die Märchen „Die Gänsemagd“, „Die Gänsehirtin“ und „Hans im Glück“ miteinander vermengt. Viele Gänse tauchen auf, weil die Produktion etwas mit Göttingen zu tun haben sollte. Deswegen nennt sich die Prinzessin auch Liesel und muss die Gänse hüten.

 Die Tiere übrigens schnattern ganz zauberhaft. Die Schauspieler führen Kopfkissen als Gänse und schnattern gänsegleich mit dem Schlichtinstrument Kazoo, einer der schönsten Einfälle des Regieteams. Die Akteure tummeln sich zwischen goldenen Säulen, in anderen Szenen auf einer Galerie, die auf der Bühne den Theaterraum spiegelt. Die Bühne wie auch die Kostüme hat Helke Hasse entworfen, und die DT-Bühnenbauer haben das sehr schön umgesetzt.

Termine

Für dieses rund 75-minütige Familienstück sind im Großen Haus des Deutschen Theaters, Theaterplatz 11, zu unterschiedlichen Anfangszeiten zahlreiche Vorstellungen bis Weihnachten und auch danach noch angesetzt. Kartentelefon: 0551/496911.

 Schade, dass in diesem Ambiente ein nur mäßig fantasievolles Stück gespielt wird, dessen Text hier und da auch noch ziemlich rumpelt. Schön allerdings, dass das junge Ensemble – allen voran Roman Majewski als König, Gänsehirt und Hexe sowie Benedikt Kauff als nörgelige Prinzessin Eva, Prinz Klotz und Hexe – mit viel Spielspaß zu Werke gehen. Michael Frei, musikalischer Leiter des DT, gibt ein wenig schlicht das sprechende Pferd Falada, führt ansonsten aber vor allen Dingen eine dreiköpfige Band an, die live auf der Bühne agiert und mit ihrem leicht angerockten Mittelaltersound der Produktion gut tut. Mitreißend ist das nicht, was auf der Bühne passiert, aber immerhin solide.

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