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Vea Kaiser stellt „Makarionissi“ bei Hugendubel in Göttingen vor

Ideen fallen nicht vom Himmel Vea Kaiser stellt „Makarionissi“ bei Hugendubel in Göttingen vor

Göttingen. Vea Kaiser ist eine sehr quirlige junge Frau. In der Buchhandlung Hugendubel hat die 26-Jährige jetzt ihren zweiten Roman „Makarionissi oder Die Insel der Seligen“ vorgestellt. Immer wieder unterbrach sie ihre Lesung, um Anekdoten oder aus der griechischen Mythologie zu erzählen.

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Quirlig: die österreichische Schriftstellerin Vea Kaiser.

Quelle: Pförtner

Die Geschichte beginnt in einem kleinen griechischen Dorf, in dem Lefti, der Stammhalter der Familie, mit seiner Cousine Eleni verheiratet werden soll. Doch Eleni sträubt sich und heiratet ihn schließlich doch, als sie während der Militärdiktatur der 1960er-Jahre als Kommunistin verhaftet wird und die Auswanderung mit Lefti als Gastarbeiter nach Deutschland die einzige Möglichkeit darstellt, dem Gefängnis zu entkommen. In Hildesheim finden die beiden eine neue Heimat, in der die sture Eleni sich nicht mit dem kategorischen „Nein!“ der Deutschen anfreunden kann.

Kaiser studierte selbst ein Jahr lang Kreatives Schreiben in Hildesheim und verarbeitet diese Zeit, indem sie ihre beiden Protagonisten an diesen Ort schickt. „Jeder Autor, der Ihnen erzählt, seine Ideen fallen vom Himmel oder kommen von den Musen, der flunkert“, behauptet Kaiser, deren Roman an verschiedenen Orten spielt, die in ihrem eigenen Leben eine wichtige Rolle gespielt haben. Und die österreichische Schriftstellerin wundert sich darüber, wie man ihr die Frage stellen könne, mit welcher Romanfigur sie sich besonders identifiziere. Das sei natürlich Eleni, die so sturköpfig wie die griechischen Bergziegen ihres Heimatdorfes sei.

Kaiser sitzt während der Lesung nie still, steht auf und gestikuliert ununterbrochen während sie vorliest. Dabei ist sie – wie auch ihr Roman – unterhaltsam und humorvoll. Gleichzeitig beeindruckt Kaiser mit ihrem Fundus an Geschichten der griechischen Mythologie und ihrem großen Hintergrundwissen über die Griechische Geschichte und den Literaturbetrieb in Österreich. Die Zuhörer schwankten anfangs zwischen Begeisterung und Staunen über die Offenheit der jungen Schriftstellerin, drückten dann aber mit ihrem abschließenden Applaus aus: Nicht nur Kaisers Bücher sind lesenswert, sie ist auch eine sehens- und hörenswerte Autorin.

Von Jorid Engler

Vea Kaiser: „Makarionissi oder Die Insel der Seligen“, Kiepenheuer & Witsch, 464 Seiten, 19,99 Euro.

 

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