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Verliebter Mönch und schwebende Loreley

Liederabend mit der Musikerpaar Wünsch Verliebter Mönch und schwebende Loreley

„Musiker leben die europäische Idee. Sie bereisen den Kontinent, um zu lernen und sich anregen zu lassen“, meint Pianist Bernhard Wünsch. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Sopranistin Eilika Wünsch, gestaltete er während deutsch-polnischen Kulturtage in Göttingen einen Liederabend.

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Das Konzert in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz begann romantisch.

Quelle: PH

Göttingen . Das Konzert in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz begann romantisch. Neun der zwölf Stücke aus Robert Schumanns „Liederkreis“ (1840) op 39. hatten die Musiker, die in Reinhausen leben, ausgewählt.

Von Frederic Chopins polnischen Liedern, die zwischen 1827 bis 1847 entstanden sind, brachten sie ihren 40 Zuhörern vier zu Gehör. Eilika Wünsch sang sie auf Polnisch. Die schlichten, für die Hausmusik verfassten Stücke, regten andere Komponisten an.

Drei Klavierbearbeitungen von Franz Liszt spielte Wünsch. Sie beginnen wie Etüden, sind aber nach einigen dramatisch, kräftigen Anschlägen des Pianisten auch schon wieder vorbei gewesen. Auf der Suche nach weiteren Bearbeitungen grub Wünsch ein blumiges Stück des italienischen Komponisten und Pianisten Giovanni Sgambati, eines Liszt-Schülers, aus.

In Wien und Italien hat der polnische Komponist Karol Szymanowski gelebt und gearbeitet. Unter den vielen Liedern, die der spätere Direktor der Musikakademie Warschau geschrieben hat, entschieden sich die Künstler für den Zyklus „Bunte Lieder“ (1910). Die fünf Stücke forderten ihnen mit den schnellen Gängen durch die Tonarten viel ab. Wunderbar interpretierten sie die lautmalerischen Stücke, etwa den verliebten Mönch in „Einsiedel“, der von seiner Klause in den Bergen hinab ins Tal läuft, um die Kutte gegen die Fiedel zu tauschen.

Lautmalerisch war auch Liszts balladenartige Vertonung von Heinrich Heines Loreley-Gedicht (1856), bei dem Eilika Wünsch die letzten Zeilen himmlisch entschweben ließ. Als Zugabe gab es ein weitere Heine-Vertonung: „Ich stand in dunklen Träumen“ von Clara Schumann.

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