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Veronika Holmes neuster Katzenkriegerepos „Warrior Cats“

Lieber Hunde Veronika Holmes neuster Katzenkriegerepos „Warrior Cats“

„Ich habe ein dunkles Geheimnis“, sagt Erin Hunter und lächelt dabei. Dann rümpft sie ein bisschen die Nase und gibt zu: „Ich mag gar keine Katzen. Ich mag lieber Hunde.“

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„Freudlichste Diktatorin der Welt“: Katzenclan-Chefautorin Erin Hunter alias Victoria Holmes.

Quelle: Vetter

Göttingen. Erin Hunter heißt in Wirklichkeit Victoria Holmes und ist die Erfinderin der „Warrior Cats“, einer Fantasy-Romanreihe über vier Katzenclans, die wild und ungezähmt jenseits der menschlichen Zivilisation leben.

Mit dabei hat Holmes den Schauspieler Marian Funk, der an diesem Abend für sie übersetzt und auch für die Hörbuchversion von „Blausterns Prophezeiung“, dem zweiten Buch der „Special Adventures“-Reihe, den Katzen seine Stimme leiht.

Zu den Büchern ist die britische Schriftstellerin auf Bitten ihres Verlages gekommen. Der schlug vor, einen Roman über  Katzen zu schreiben. Also schrieb sie einen, immer mit dem Gedanken, eigentlich von den großen Themen der Menschheit zu erzählen: Liebe, Politik, Intrigen, Krieg und Tod.

„Die Spur des Mondes“

Das ist 14 Jahre her, und aus dem einen Roman sind inzwischen mehr als 70 Titel geworden, Mangas und E-Books mit eingeschlossen. Wer kein eingefleischter Fan ist, hat es angesichts dieser Menge an Veröffentlichungen schwer, sich im Dschungel des „Warrior Cats“-Universums zurecht zufinden.

In Deutschland ist jetzt das vierte Buch der vierten Staffel unter dem Titel „Die Spur des Mondes“ erschienen. Darin geht es um den Stamm des eilenden Wassers, einer Katzensippe, die vermeintlich ganz anders ist als die vier Clans. Eben diese Andersartigkeit, die sich auf den zweiten Blick verliert, sei das Schöne an diesem Roman und mache ihn zu etwas Besonderem, schwärmt die Autorin über ihr Werk.

„Freundlichste Diktatorin der Welt“

Außer Holmes gibt es noch drei weitere Erin Hunters, die die Katzenbücher verfassen, aber Holmes ist der Kopf der Geschichten und die Einzige des Autorenquartetts, die mit den Romanen auf Lesetour gehen darf. Holmes selbst bezeichnet sich als die „freundlichste Diktatorin der Welt“ und scheint tatsächlich Chefin einer kleinen Schreibfabrik zu sein.

Handlungen, Charaktere und Stimmungen kommen alle von ihr. Diese skizziert sie ausführlich und verschickt den vorformulierten Text an eine ihrer Autorinnen. Am Ende wird das fertige Manuskript von ihr lektoriert und abgesegnet.

Nicht immer behalte sie bei der Menge an Büchern den Überblick. Beispielsweise sei die Figur Rabenpfote als Mädchen konzipiert worden und habe im Laufe der Jahre irgendwann das Glück erlebt, Vater zu werden. Bei 490 Figuren im Grunde nicht weiter erstaunlich.

Freundlich, charmant, abgeklärt

So viele Katzen brauchen ebenso viele Namen. Das sei am Anfang ein großer Spaß gewesen, berichtet Holmes, inzwischen aber eine furchtbare Bürde. Sie habe schlichtweg keine Ideen mehr und klaue daher online in den „Warrior Cats“-Fanforen die Namen zusammen.

Man merkt, dass Holmes schon einige Tourneen hinter sich hat. Sie ist freundlich, charmant, aber auch abgeklärt. Sie erzählt, dass sie auch schon mal die Kinder der Protagonisten sterben lasse, weil sie sich sonst langweile. Besonders die glücklich verliebten Paare in den Geschichten müssten dran glauben. Das erzählt sie so gnadenlos ehrlich, dass man leise hofft, es sei ein kleiner Scherz.

So berichtet sie auf Nachfrage des Publikums, dass sie nie traurig sei, wenn eine ihrer Figuren sterbe. Schließlich seien die ja keine echten Katzen. Aber manchmal sei es eben notwendig für die Dramaturgie. So viel Pragmatismus ist für echte Fans sicher desillusionierend. Aber so hält man eben die Schreibfabrik am Laufen.

Von Serafia Johansson

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