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Vier junge Göttingerinnen spielen in "Netzwelt"

Premiere im DT Vier junge Göttingerinnen spielen in "Netzwelt"

Kann Pädophilie in der Zukunft in einer virtuellen Netzwelt erlaubt sein? Damit setzt sich das Stück „Die Netzwelt“ auseinander, dessen neunjährige Protagonistin gleich von vier Schauspielerinnen gespielt wird. Am Sonnabend, 23. April, hat das Stück Premiere im Deutschen Theater.

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Vier Schauspielerinnen, eine Rolle: Maren Röhrig, Alma Nossek, Luzia Schareika und Yanthe Glienke spielen in "Netzwelt" die neunjährige Iris.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Verloren sitzt ein kleines Mädchen auf einem Bett mit rosa-rüschigem Überwurf, neben ihr ein kleiner, brauner Kuscheltierhase. Noch steht das Bett auf der Seitenbühne. Bei der Premiere kommt es auf die große Bühne - und für die  Zuschauer in einen Club in einer virtuellen Welt, in der Besucher ihre Sexfantasien ausleben.

In dem futuristischen Thriller geht es um ein heikles Thema: um Pädophilie, die in einer Netzwelt ausgelebt wird. „Da geht es um Fragen wie: Ist Pädophilie in einer Netzwelt okay? Hat das Einfluss auf die Realwelt?“, erzählt die 21-jährige Maren Röhrig. Sie spielt die neunjährige Iris, die auf dem Bett sitzt. Damit ist sie nicht allein. Gerade sitzt sie mit drei weiteren Mädchen auf dem Bett, mit Alma Nossek, Luzia Schareika und Yanthe Glienke. Sie spielen alle die Rolle der Iris, die vierfach besetzt wurde, und wechseln sich bei den Vorstellungen ab. „Die Mehrfachbesetzung entlastet die Mädchen“, sagt Theaterpädagogin Gabriele Michel-Frei, die die vier für das Casting vorgeschlagen hatte. Schließlich nehmen die Proben nicht nur viel Zeit in Anspruch, auch das Thema kann belasten.

Berufswunsch Profi-Schauspielerin

„Wir beschäftigen uns damit , aber es zieht uns nicht runter“, sagt Alma. Luzia findet: „Es ist spannend, wie die Figur zu denken und handeln.“ Aber auch nicht nicht immer einfach. „Diese kindliche Sexualität zu finden, ist am schwierigsten“, sagt Maren, die mit ihren rot-braunen, lockigen Haaren jünger aussieht. Sie hat früher in einem Jugendclub gespielt und zuletzt im Deutschen Theater im „Wintermärchen“ mitgespielt. Mit ihren 21 Jahren ist die Soziologie- und Geschlechterforschungs-Studentin die älteste der vier Jungschauspielerinnen. Ihr Traum ist es, Profi-Schauspielerin zu werden: Deshalb bewirbt sie sich für ein Schauspielstudium.

Die Schülerinnen Alma und Luzia, beide 14, sowie die 15-jährige Yanthe sind noch nicht so weit in ihrer Planung. Die drei spielen im Jugendclub des Deutschen Theaters mit, jetzt mit richtigen Schauspielern aufzutreten ist aufregend für sie.

"Das ist schion stressig"

Mit den Proben angefangen haben sie in den Osterferien. „Wir proben jeden Tag morgens und abends“, erzählt Maren. Die drei Schülerinnen proben meist nur abends. „Das ist schon stressig“, sagt Zehntklässlerin Yanthe, der gerade Abschlussarbeiten bevorstehen. Doch wenn sie bei der Premiere zum ersten Mal auf der großen Bühne steht, wird der Stress vergessen sein.

Von Hannah Scheiwe

Das Theaterstück „Die Netzwelt“ hat am Sonnabend, 23. April, Premiere im Großen Haus des Deutschen Theaters, Theaterplatz 11. Beginn ist um 19.45 Uhr. Weitere Vorstellungen gibt es am 29. April, 11., 18. und 27. Mai und am 20. Juni. Kartentelefon: 0551/496911

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