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Vom Bandscout zum Vorstandsvorsitzenden

Tim Renner in Göttingen Vom Bandscout zum Vorstandsvorsitzenden

Tim Renner hat eine eindrucksvolle Karriere hingelegt. Vom Bandscout arbeitete sich der heute 44-Jährige zum Vorstandsvorsitzenden der Universal Music Group Deutschland hoch, bevor er den Posten 2004 räumte und seine eigene Firmengruppe gründete. Am Dienstagabend war er zu Gast im Literarischen Zentrum Göttingen.

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Eindrucksvolle Karriere: Tim Renner.

Quelle: Theodoro da Silva

Einige Musiker, ein bisschen Intelligenzia, Szene: So setzt sich das Publikum zusammen, das Tim Renner im Literarischen Zentrum erleben wollte – als habe er sich in der Besucherschar im nahezu ausverkauften Haus gespiegelt. Renner redet eloquent von seinem Leben, das eng mit dem Aufstieg und der Krise im Musikgeschäft verbunden ist.

Als sogenannter „Artists und Repertoire Manager“ startete er 1986 seine Karriere bei Polydor, die ihn innerhalb von 15 Jahren auf den Chefsessel katapultierte. Denn Renner hatte Erfolg. Er entdeckte und förderte Bands wie Element of Crime oder Rammstein, der derzeit bedeutendste deutsche Musikexport. Großen wirtschaftlichen Gewinn brachte Renner Polydor mit der Techno-Welle: „Wir konnten gar nicht so viel Geld ausgeben wie hereinkam“, erinnert er sich. Heute weiß er, dass das Problem dieser Phase die „fehlende Substanzbildung“ war. Inzwischen höre niemand mehr Techno. 

Die Trennung von Polygram, zu der Polydor gehörte, erfolgte 2004. Die internationalen Chefs der Universal Music, Renner hatte die Fusion von Universal und Polygram umgesetzt, kündigten ihm, weil er das Budget für deutscher Musiker erweitern und die Digitalisierung vorantreiben wollte. Renners Resümee: Der wirtschaftliche Einbruch, der die Musikindustrie durch die Digitalisierung und das Internet getroffen hat, werde jedes Medium treffen, das sich nicht darauf vorbereite. Auch Verlage wie Steidl in Göttingen, bei dem Jan Strümpel, der Moderator des Abends, als Lektor angestellt ist.

Strümpel berichtete von ersten Veränderungen, wie sie Renner aus der Musikbranche kennt. Ein renommierter Verlag sei von einer ebensolchen Autorin zum Distributor, also zum Verteiler eines Buches, degradiert worden, weil sie es bereits fertig abgeliefert habe.

Peter Krüger-Lenz

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