Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Vom „Streichelinstitut“ zum „Antichristen“

Wallstein-Verlag Vom „Streichelinstitut“ zum „Antichristen“

Schnee und Eis überall: Der meterologische Frühling ist in Göttingen und der Region noch nicht in Sicht. Doch stattdessen kann man sich mit einem Ausblick auf die Neuerscheinungen des Göttinger Wallstein-Verlags auf den Bücherfrühling einstimmen.

Voriger Artikel
Quirliger Imitator und die „Achsen des Bösen“
Nächster Artikel
„Mein Freund Wickie“ in Göttingen

Göttinger Wallstein-Verlag: Außen Winter, im Innern laufen schon die Planungen für die Neuerscheinungen.

Quelle: Hinzmann

Da wäre beispielsweise der Roman über Sebastian. Er hat Philosophie studiert – und danach nicht wirklich etwas vollbracht. Doch eines kann der junge Mann sensationell: streicheln. Also beschließt er, dies als Gewerbe anzumelden und so sein Brot zu verdienen. Und wird damit erfolgreicher, als er und Freundin Anna es ahnten. „Das Streichelinstitut“ vom Österreicher Clemens Berger wird neben der Print-Version auch als E-Book erscheinen. Dies sei eine Premiere und Ergänzung zum bisherigen Verlagsangebot, so Monika Meffert, Pressesprecherin des Verlags. Bis dato hat der Verlag noch kein E-Book veröffentlicht – möchte in Zukunft aber auch diese Sparte bedienen. (Clemes Berger: „Das Streichelinstitut“, etwa 420 Seiten, rund 22,90 Euro, März).

Teilweise in Göttingen spielt der Roman des in Gieboldehausen geborenen Hugo Dittberner. In „Das See-Vokabularium“ erzählt er die Geschichte der Freunde Reiner und Albert, die sich beim Studium in der Unistadt kennenlernen. 30 Jahre später reist Albert auf der Suche nach dem verschollenen Reiner durch Norddeutschland und nicht zuletzt auch in die eigene Vergangenheit. Er trifft alte Freunde, lernt neue Menschen kennen, junge Worpsweder Künstler beispielsweise, und macht ganz unerwartete Erfahrungen (Hugo Dittberner: „Das See-Vokabularium“, etwa 160 Seiten, rund 18 Euro, März).

„Lyrik funktioniert nicht so einfach wie Prosa“, sagt Meffert. Trotzdem wird der Verlag im Frühjahr zwei Gedichtbände herausbringen. „Die Liebe im September“ von Steffen Jacobs (etwa 96 Seiten, etwa 18 Euro) erscheint im März. „Der Pilot in der Libelle“ von Hendrik Rost (etwa 114 Seiten, circa 18 Euro) erscheint ebenfalls im März.

Mit Friedrich Nietzsche und dessen wenige Monate vor seinem Zusammenbruch 1888/89 verfassten Schriften „Ecce homo“ und „Der Antichrist“ über die Geschichte Jesu von Nazareth beschäftigt sich der Göttinger Literaturwissenschaftler Heinrich Detering. Die Wandlungen, die sich zwischen diesen Texten vollzogen haben, sind von der Forschung oft als Symptome des ausbrechenden Wahnsinns Nietzsches verstanden worden. Der Literaturwissenschaftler analysiert die Texte als Teile einer sich vor den Augen der Leser entwickelnden Erzählung über den Philosophen (Heinrich Detering: „Der Antichrist und der Gekreuzigte“, etwa 224 Seiten mit rund zehn Abbildungen, etwa 19,90 Euro, Mai).

„Alles wird bei mir persönlich“, schrieb Joseph Roth (1894 bis 1939) über seine journalistische Arbeit. Seinen Zeitgenossen vor allem als Journalist bekannt, sind die Reportagen und Feuilletons später hinter seinen Romanen verschwunden. Und so waren sie bisher auch nur teilweise in den Werkausgaben enthalten. Mit „Joseph Roth: ,Ich zeichne das Gesicht der Zeit‘“ erscheint im Juni eine repräsentative Auswahl aus dem umfangreichen journalistischen Werk des Autors, herausgegeben und kommentiert von Helmuth Nürnberger (etwa 500 Seiten, rund 29,90 Euro).

Von Corinna Berghahn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional

Hier bloggen wir zu den Göttinger Händel-Festspielen 2017 – berichten von Vorbereitungen, besuchen Opernproben und werfen einen Blick hinter die Kulissen. mehr

Fotografie-Ausstellung „In saeculo lux“ in der Galerie Ahlers