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Von Abgasskandal bis Wahlentscheidung

Kabarett: HG. Butzko mit „Super Vision“ im Göttinger Apex Von Abgasskandal bis Wahlentscheidung

„Warum sollte man überhaupt ins politische Kabarett gehen? Wenn man über Politiker lachen will, reicht es doch, wenn man ihnen zuhört“, sagt HG. Butzko. Am Sonnabend hat er im ausverkauften Göttinger Apex auch gleich den Beweis geliefert, warum ein Kabarett-Besuch unbedingt lohnt.

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Kabarett: HG. Butzko mit „Super Vision“ im Göttinger Apex

Göttingen. „Wir erleben momentan nichts Geringeres in unserer Gesellschaft als die Trennung der Gesellschaft. Da sind die einen, die mit den Flüchtlingen solidarisch sind und die anderen, die zwischen 'd' und 'a' einen Unterschied machen. Die sind solid-arisch.“ HG. Butzko, bürgerlich Hans-Günter Butzko, bringt die Dinge auf den Punkt. Und sein achtes Solo-Programm „Super Vision“ mit dem er seit 2014 tourt, ist absolut aktuell. Samt Marine Le Pens jüngster Forderung nach der „Todesstrafe – zur Abschreckung von Selbstmordattentätern“.

Ausgezeichnet mit dem renommierten Deutschen Kleinkunstpreis 2014 wetzt Butzko die Messer. Mit Akribie und viel Wortwitz seziert und entlarvt er die Aussagen der Berliner Politgrößen. Und von Abgasskandal über Freihandelsabkommen, Geheimdienstüberwachung und die weltweite Ausbeutung von Ressourcen bis zur Lage rund um Syrien und den Werdegang von Andrea Nahles zieht er eine breite und pointenreiche Schneise der Satire durch so ziemlich sämtliche relevanten Themen.

Kapitalismuskritik übt der ausgebildete Schauspieler und Regisseur sehr anschaulich am Beispiel was wäre, wenn er Kabarett-Darsteller engagieren würde, konsequent von Mindestlohn bis Börsengang. Politisches Kabarett ist bei Butzko keine elitäre Veranstaltung. Vielmehr bringt der gebürtige Gelsenkirchener das Kunststück fertig, das Publikum förmlich mit Analysen, Fakten und komplexen Zusammenhängen zu überschütten und dabei trotz des Wissensvorsprungs irgendwie den Eindruck zu erwecken, auf Augenhöhe zu sein. Das Geheimnis dabei ist wohl die geerdete Ruhrpott-Mentalität.

Ob politisches Kabarett die Welt schon mal geändert hat? Butzko ist davon überzeugt und verweist auf Edmund Stoiber, der die Wahl zum Bundeskanzler 2002 mit nur 6000 Stimmen verloren hat. „Und diese 6000 Wähler haben sich ihre Wahlentscheidung in meinem Kabarett geholt. Das Gegenteil soll mir erst mal einer beweisen.“

Von Karola Hoffmann

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