Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Von Fassbinder bis zum Dschungelcamp

Rolf Zacher wird 75 Jahre alt Von Fassbinder bis zum Dschungelcamp

Im Dschungelcamp von RTL gehören sie zum Inventar: ältere Schauspieler, die die jüngeren Zuschauer erstmal googeln müssen. Sie haben früher mal mit Fassbinder gedreht und ein wildes Leben hinter sich. Rolf Zacher ist so einer.

Voriger Artikel
Theater-Premiere in Bad Hersfeld
Nächster Artikel
Zwischen Bewusstem und Unbewusstem

Facettenreich: Rolf Zacher (links, hier mit Mario Adorf).

Quelle: Frederike von Stackelberg (dpa)

Berlin. Mehr als 250 Filme hat er gemacht, ie Hollywoodstars Nicolas Cage und Robert De Niro vertont. Mit Zachers Stimme wird selbst Autowerbung zum Showdown („Da lachen ja die Hühner! 4000 Euro Preisvorteil!“). Gerade gibt es Anlass, sich Zachers Stimme mal wieder anzuhören. Am Montag, 28. März, wird er 75 Jahre alt.

Gauner im Drogenmillieu

Direkt nach dem Krieg lebte Zacher zwei Jahre lang in Spanbeck, sicher nicht die wichtigste Zeit in seinem Leben. Doch in seiner Biographie war sie ihm einen Abschnitt wert.

Zachers Spanne reicht von „Berlin Alexanderplatz“ bis zur Telenovela „Rote Rosen“. Vor kurzem hat der SWR einen alten „Tatort“ von 1978 ausgegraben. In „Der gelbe Unterrock“ spielt Zacher einen Gauner im Drogenmilieu. Eine typische Rolle. Zacher sei „der beste Kleinganove des deutschen Kinos“, schrieb ein Kritiker. Dazu Drogen und Knast im wahren Leben, das passte zum Rebellenimage. Das ist lange her. Zacher hat auch andere Seiten: Er drehte Kinderfilme und machte Yoga, bevor es Mode wurde. „Ich bin ein Seelenfänger“, sagte Zacher einmal.

Musik spielt eine große Rolle. Er schreibt Songtexte, war als Gast bei der Rockband Amon Düül II und im Punkmusical „Gabba Gabba Hey“ dabei. Als Flüchtlingskind im Zweiten Weltkrieg in Berlin geboren, wuchs Zacher in Brandenburg auf. Nach einer Bäckerlehre lernte er das Schauspielhandwerk in Berlin.

Der Regisseur Helmut Käutner engagierte ihn für den Film „Zu jung für die Liebe?“ (1961). Später drehte er mit Ulrich Schamoni und Robert van Ackeren. Den Bundesfilmpreis gab es für Reinhard Hauffs „Endstation Freiheit“ (1980). Auch vor Klamotten wie „Go Trabi Go 2“ schreckte Zacher in seiner Karriere nicht zurück. Zu seinen jüngeren Kinorollen gehören Oskar Roehlers „Tod den Hippies!! Es lebe der Punk“ und Doris Dörries „Die Friseuse“.

Nuscheln mit Untertitel

Dann das „Dschungelcamp“ 2016. Dort fiel Zacher durch sein Nuscheln auf, das der Kölner Privatsender mit Untertiteln versah. Mal grummelte er, mal fauchte er andere an. Für die Dschungelprüfungen wurde er gesperrt. Das „Gequatsche“ der anderen nervte ihn. Zacher hatte „wahnsinnig Sehnsucht“ nach seiner Frau. Nach acht Tagen verließ er das Camp, laut RTL aus „gesundheitlichen Gründen“.

Was Zacher heute über den Dschungel-Ausflug denkt und wie er seinen 75. Geburtstag verbringt, war zunächst nicht zu erfahren. Vielleicht hält der Schauspieler es weiter so wie früher: „Alt werden ist schön, und wer Falten versteckt, hat ein Problem.

Von Carola Hoffmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff