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Vorschau auf das Frühjahrsprogramm der Göttinger Verlage

Neues bei Steidl Vorschau auf das Frühjahrsprogramm der Göttinger Verlage

Dass der Göttinger Steidl Verlag die Weltrechte am Werk von Günter Grass besitzt, ist allgemein bekannt. Und jeder weiß auch, dass Grass Literaturnobelpreisträger ist. Doch dass bei Steidl auch das Werk eines zweiten Trägers dieser Auszeichnung beheimatet ist, dürfte hie und da auf ungläubiges Staunen stoßen. Dabei ist dies überhaupt keine neue Nachricht.

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Quelle: Epstein/Steidl Verlag

Halldór Laxness ist dieser Autor, 1902 in Reykjavik auf Island geboren, im Alter von 95 Jahren dort 1998 gestorben. Er wurde bereits 1955 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Verleger Steidl hat Laxness gekannt, ihn fotografiert, war mit ihm befreundet und hat seit 1988 Werke des isländischen Schriftstellers in deutschen Übersetzungen in seinem Verlag herausgebracht. 2002, zu Laxness’ 100. Geburtstag, ist bei Steidl eine elfbändige Werkausgabe erschienen.

Island ist in diesem Jahr Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse. Also gibt es bei Steidl in diesem Frühjahr gleich zwei neue Laxness-Titel. „Das Volksbuch – Über Island und Gott und die Welt“ heißt das Buch, mit dem Laxness 1929 versuchte, seine Isländer zu erziehen. Sie sollten, so der Verlag über dieses Buch, „teilhaben an dem, was der junge Schriftsteller auf seinen Reisen ins Ausland gelernt hatte. Er erklärte den Frauen den Bubikopf, den Frauen wollte er die schwenkende Gangart abgewöhnen, und der Bevölkerung legte er das Zähneputzen nahe“. Eindringlich warnte er seine Landsleute davor, ihre Insel zu verlassen. Dieses Buch, von Laxness-Kenner Hubert Seelow übersetzt, wird erstmals in deutscher Sprache vorgelegt. Es erscheint im Mai (24 Euro).

Das zweite Buch über den Nobelpreisträger 1955 ist die Biografie „Halldór Laxness – Sein Leben“ des isländischen Autors Halldór Gudmundsson, eine Neuauflage des 2002 bei Steidl erschienenen Werks, erweitert um zahlreiche, nie zuvor publizierte Fotografien aus dem ungewöhnlichen Leben dieses Schriftstellers und Weltbürgers, der aber trotz zahlreicher Reisen stets seiner Heimat verbunden blieb. Die Bilder stammen aus dem Archiv des Verlegers. Der Band erscheint ebenfalls im Mai (24 Euro).

Nobelpreisträger Günter Grass ist im Frühjahrsprogramm von Steidl mit einer Jubiläumsausgabe der Novelle „Katz und Maus“ vertreten, die 1961, also vor 50 Jahren, veröffentlicht wurde. Sie erscheint im Mai (20 Euro). Dazu gibt es die Autorenlesung dieser Novelle auf fünf CDs (34 Euro, ebenfalls im Mai) und eine auf 100 Exemplare limitierte, signierte und nummerierte Lithografie der Titelillustration von Grass (250 Euro).

Der dritte ältere Herr im Frühjahrsprogramm ist Erich Loest, der am 24. Februar seinen 85. Geburtstag feiert. „Man ist ja keine Achtzig mehr“ ist der Titel eines Tagebuchs, in dem Loest Persönliches und Politisches in der Zeit zwischen August 2008 und September 2010 notiert hat. Pünktlich zum 85. Geburtstag soll der Band, Loests erklärtes „Letztbuch“, erscheinen (18 Euro).

Spitzentitel des Verlags im Frühjahr ist der Roman „Tod und Nachtigallen“ des irischen Schriftstellers Eugene McCabe (März, 19,90 Euro). Komplettiert wird das literarische Programm durch den Roman „Meine Krönung“, für den Véronique Bizot 2010 mit zwei Literaturpreisen ausgezeichnet wurde. Es ist dies ihr erstes Buch, das in deutscher Sprache herauskommt (März, 16 Euro). Der Schauspieler Peter Fricke hat den Text als Hörbuch gelesen (März, 14,90 Euro). Dazu gibt es unter dem Titel „Liebe“ neue Erzählungen der in Philadelphia geborenen, in Irland lebenden Schriftstellerein Molly McCloskey, von der bereits zwei Titel bei Steidl erschienen sind (März, 18 Euro).

Drei Bücher bringt Steidl zusammen mit Karl Lagerfeld im LSD Verlag heraus (L steht für Lagerfeld, S für Steidl und D für Druckerei). In „Verlieben Sie sich nie in ein wildes Geschöpf“ erzählt Sam Wessen von Audrey Hepburn und dem Film „Frühstück bei Tiffany“ (22 Euro, Mai). Die amerikanische Originalausgabe stand auf der Bestsellerliste der New York Times. Über die „Kunst des Mittagsschlafs“ sinniert der französische Philosoph Therry Paquot (16 Euro, Mai). Und Lagerfeld selbst hat Justine Picardies Biografie der Mode-Ikone Coco Chanel („Chanel – Ihr Leben“) mit farbigen Zeichnungen und Vignetten geschmückt (38 Euro, Februar).

Aus dem umfangreichen Programm der neuen Fotografie- und Kunstbücher bei Steidl seien zwei Titel herausgegriffen.Der amerikanische Fotograf Mitch Epstein hat 2008 ein halbes Jahr in Berlin verbracht und dabei den Hang der Stadt zum Surrealen beobachtet („Berlin“, 38 Euro, April). Und der aus der Schweiz stammende, in den USA lebende Fotograf Robert Frank zeigt in „Pangnirtung“ die gleichnamige Inuit-Siedlung auf der kanadischen Baffin-Insel. In diesem Dorf – der Name bedeutet „Platz des Karibu-Bullen“ – hat etwa 1400 Einwohner. Doch auf Franks Bildern ist kein Mensch zu sehen: eine ungewöhnliche, zugleich herbe Perspektive (lieferbar, 25 Euro).

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