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Vortrag über „Allegorie der Freundschaft“ von Franz Pforr in Göttingen

Ausstellung „Sterbliche Götter“ Vortrag über „Allegorie der Freundschaft“ von Franz Pforr in Göttingen

Mit „Sterbliche Götter” zeigt die Kunstsammlung der Universität Göttingen eine Ausstellung, die sich mit der Romantik und der Freund­schaft der Renaissance-­Künstler Raffaello Sanzio (1483-­1520) und Albrecht Dürer (1471-1528) befasst.

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„Allegorie der Feundschaft“ von Franz Pforr.

Quelle: EF

Göttingen. Freundschaft ist eine der zentralen Ideen der deutschen Romantik. 1808 entwarf Franz Pforr eine Allegorie der Freundschaft, er gestaltete damit zum ersten Mal eine Bildidee, die als Ursprung von Friedrich Overbecks berühmten Gemälde „Italia und Germania“ (München, Neue Pinakothek) zu bezeichnen ist. Pforr und Overbeck verband eine enge Künstlerfreundschaft, die beide Maler in verschiedenen Werken bildlich kommentiert haben.

Dies spiegelt sich in Pforrs Werk wieder, sinnbildlich für die enge Freundschaft der Maler entwirft er hier den Typus einer empfindsamen Freundschaftsallegorie. Wobei sich die beiden weiblichen Figuren mit der um 1808 in Wien erstmals nachweisbaren Konzeption idealer Frauenfiguren als sogenannte „Bräute“, verknüpfen lassen, die beider Künstler Neigung zur Kunst des Nordens und damit Dürers und zu Raffael als Repräsentanten der Kunst des Südens wiedergeben sollten.

Neben der eindeutig christlichen Ausrichtung des Blattes enthält es zahlreiche emblematische Verweise auf Glück, Künstlertum und Freundschaft. Die Ehebildnissen entlehnte Geste der Verschränkung der rechten Hände besiegelt den Freundschaftsbund und findet sich sowohl in der frühromantischen Vorstellung von Raffael und Dürer „Hand in Hand“ als auch in Overbecks Gemälde „Italia und Germania“ wieder.

Bei der Erfindung seiner Bildallegorie der Freundschaft bezog sich Pforr jedoch auf Dürers berühmten Kupferstich „Melancholia I“ aus dem Jahre 1514, den Pforr vermutlich vor allem hinsichtlich formaler Erwägungen zur Anlage der sitzenden Frauenfigur auswählte.

Pforrs „Allegorie der Freundschaft“ ist ein bedeutendes Beispiel für die produktive Dürer-Rezeption im Sinne der Nachfolge der alten Meister. Pforr ging es nicht um die Kopie eines musterhaften Vorbildes, sondern er nutzte Dürers Bildkonzept um dessen innovatives Potential hinsichtlich des Ausdruckgehaltes in die Gegenwart um 1800 zu verlängern und ihn mit dem durchweg modernen und bürgerlichen Gedanken der Freundschaft zu füllen.

Am Sonntag, 5. Juli,  spricht Prof.  Michael Thimann, Kurator der Ausstellung “Sterbliche Götter” über Franz Pforr „Die Freundschaft“. Der Vortrag beginnt um 11.15 Uhr im Auditorium, Weender Landstraße 2, in der Vortragsreihe „Kunstwerk des Monats“ , die vom Kunstgeschichtlichen Seminar und der Kunstsammlung der Universität Göttingen an jedem ersten Sonntag im Monat veranstaltet wird.

Von Michael Thimann

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