Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Wachsende Geschmeidigkeit

Händel-Festspiele Wachsende Geschmeidigkeit

Mit einem Krönungsanthem Händels und zwei selten zu hörenden romantischen Werken von Brahms und Mendelssohn beteiligte sich das Göttinger Symphonie Orchester an den Händel-Festspielen: ein im Zentrum etwas problematischer, am Schluss aber ausgesprochen anregender Konzertabend.

Voriger Artikel
Stimmen mit Kraft und Schmelz
Nächster Artikel
Malerei hinter dem Sujet

Lobgesang auf Kaiser Wilhelm: Chor aus Hamburg und Halle mit dem Göttinger Symphonie Orchester.

Quelle: EL

Sehr prunkvoll und festlich hat Händel sein Krönungsanthem „Zadok the Priest“ gestaltet, mit dem das Konzert des Göttinger Symphonie Orchesters gemeinsam mit dem Hamburger Monteverdi-Chor und der Robert-Franz-Singakademie Halle in der Stadthalle begann. Deutlich wurde spürbar, dass sich das Orchester unter der Leitung von Christoph-Mathias Mueller der barocken Aufführungpraxis immer stärker zu nähern vermag, auch wenn der Klang moderner Instrumente nicht ganz die Leichtigkeit des 17. und 18. Jahrhunderts erreichen kann.

Schade, dass der groß besetzte Chor (Einstudierung: Gothart Stier) die Händelsche Klangpracht nicht recht zum Klingen bringen konnte. Das beeinträchtigte auch die Wirkung des „Triumphlieds“ von Johannes Brahms. Dies ist ohnehin eine etwas problematische Komposition, in der Brahms angesichts der Proklamation des deutschen Kaiserreiches 1871 Patriotismus und Kaisertreue in barockisierendem Pathos mit Bibelworten verkündet. Hier gab es zwischen der kompositorischen Steifheit und dem reichlich mulmigen Chorklang eine unschöne Allianz. Raimonds Spogis’ kraftvolles Bariton-Solo konnte daran wenig ändern.

Hochrangige Solisten

Das änderte sich aber im Schlussstück des Abends, der Symphonie-Kantate „Lobgesang“ von Mendelssohn, auf versöhnliche Weise. Die musikalische Geschmeidigkeit war nun deutlich gewachsen: nicht nur im Orchester, sondern jetzt auch im Chor. Die Aufführung mit den drei hochrangigen Solisten Regina Klepper, Cécile van de Sant (beide Sopran) und Lothar Odinius (Tenor) war inspiriert und lebendig. Das honorierte das Publikum mit deutlich herzlicherem Applaus als zuvor.

Von Michael Schäfer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional

Hier bloggen wir zu den Göttinger Händel-Festspielen 2017 – berichten von Vorbereitungen, besuchen Opernproben und werfen einen Blick hinter die Kulissen. mehr

Fotografie-Ausstellung „In saeculo lux“ in der Galerie Ahlers