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Wahrheit, Spannung, Wirklichkeit

Ausstellung im Künstlerhaus Göttingen Wahrheit, Spannung, Wirklichkeit

„Menschen – Zukunft – Unabhängigkeit“ ist der Titel der Ausstellung mit Fotografien von Julia Lormis, die derzeit im Gewölbekeller des Künstlerhausesin Göttingen läuft. Die Arbeiten der Einbecker Fotografiestudentin sind während einer Auslandsreportage in Sambia entstanden.

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Lormis hat Menschen in alltäglichen Situationen während unterschiedlicher Handlungen fotografiert.

Quelle: PH

Göttingen. Fünf Kinder schauen durch einen Metallzaun auf einen Marktstand. Was es hier zu kaufen gibt, ist nicht zu erkennen. Nur ein Schild auf dem „Super Glue“ steht, fällt auf. Das Schauen der kleine Gruppe macht neugierig. Die Gesichter sind abgewendet, und über die Schultern der Kinder hinweg beginnt die Suche nach einem möglichen Objekt der Begierde. Denn der Klebstoff wird es kaum sein. Der Beobachter beobachtet die Beobachter, die von der Fotografin beobachtet wurden.

Lormis hat Menschen in den Fokus gerückt. Und auf vielen Fotos sind intensive Blicke festgehalten. Nachdenkliche, freundliche, neugierige, ernste Blicke. Sie hat Menschen in alltäglichen Situationen während unterschiedlicher Handlungen fotografiert, ohne zu inszenieren, ohne voyeuristischen Blick und zumeist mit einer Blickrichtung auf Augenhöhe. Lormis hat Situationen, Atmosphären, Stimmungen und Gefühle eingefangen.

Als „Fotografie zwischen Kunst und Dokumentation“, beschreibt die Bad Gandersheimer Kunsthistorikerin Ulla Feiste die Arbeiten in ihrer Einführung in die Ausstellung. Als wirklichkeitsbezogene Fotografie, die die situative und örtliche Realität mit einer guten Portion Spontaneität beachtet. Die Farbfotografien zeigen das alltägliche Leben und Arbeiten in mehreren sozialen Projekten. „Vertraut ist uns diese Form der Bildergeschichte eher als Fotoreportage in Printmedien, die Abbildung und Text kombinieren“, so Feiste. Die 26 ausgewählten und unbearbeiteten Bilder erzählen ihre Geschichte ohne Begleittexte.

Die Bilder seien immer subjektiv und spiegelten auch die Sichtweise der Fotografin, so Feiste. „Wenn jedoch diese Subjektivität mit größtmöglicher Objektivität zusammenfällt, bekommen die Abbildungen eine Wahrheit, eine tiefergehende, allgemeinere Verbindlichkeit. Im Bemühen um Authentizität entsteht ein spannender Erzählcharakter.“

Die Ausstellung mit Fotografien von Julia Lormis läuft bis Sonntag, 19. Juni, im Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstraße 1. Sie ist dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr an den Wochenenden von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Zur Person

Julia Lormis, geb. 1993, hat Deutsche Philologie und Politikwissenschaft mit Bachelorabschluss an der Georgia Augusta studiert. Seit September 2015 studiert sie Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover. Mit einem Teil der in Sambia entstandenen Fotos bewarb sich Lormis erfolgreich für das Auswahlverfahren in Hannover. Nach weiteren Aufgaben bestand sie auch die Aufnahmeprüfung. Die Reise nach Sambia war ein prämiertes Projekt des Wettbewerbs „Kreativität im Studium“ für Studierende der Uni Göttingen und unterstützt mit Fördermitteln der Einbecker AKB-Stiftung.   kah

Von Karola Hoffmann

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