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Wechselhaftes Klangverhältnis

Mozart Piano Quartet Wechselhaftes Klangverhältnis

Mit einem geschickt zusammen gestellten Programm war am Sonntagabend das Mozart Piano Quartet zu Gast in der Aula am Wilhelmsplatz. Beim vierten Aulakonzert der Göttinger Kammermusikgesellschaft standen in der laufenden Spätromantik-Saison Quartette im Mittelpunkt, in denen die unterschiedliche Nutzung der vier instrumentellen Charaktere durch die Komponisten deutlich wurde.

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Facettenreich: Musik vom „Mozart Piano Quartet“.

Quelle: EF

Gustav Mahlers Klavierquartettsatz a-Moll stellte eher die Streicher in den Mittelpunkt. Hier präsentierten Mark Gothoni mit der Violine, Hartmut Rohde mit der Viola und Peter Hörr am Cello einen melancholisch-schmelzenden Klang, dem Paul Rivinius am Flügel nur selten auffällige Akzente hinzufügte. Anders sah die Rollenverteilung im Klavierquartett Es-Dur KV 493 von Wolfgang Amadeus Mozart aus. Hier spielte das Klavier in dominierender Position. Leichtigkeit und Lebensfreude der hier entstanden Themen fanden dann stets ihre Untermalung und Umspielung durch die Streicher.

Beide Quartett-Varianten hatten dank der hervorragend agierenden Musiker ihren Reiz. Die voll ausgenutzten Möglichkeiten der vier Charaktere in einem Quartett gab es aber erst im abschließenden Klavierquartett a-Moll op. 133 von Max Reger zu hören. Virtuos wie der Komponist es angelegt hatte, spielten sich die vier Musiker die Themen zu, traten mal ins Rampenlicht, mal in den malerischen Hintergrund. Was dabei entstand, waren facettenreich glänzende vier Sätze, bei denen nicht nur zwischen Klavierpart und Streichern zu unterscheiden war. Hier standen tatsächlich jedes einzelne Instrument mit den jeweiligen Besonderheiten und jeder Musiker mit seinem Talent und Ausdruck als gleichberechtigter Teil des Quartetts: Ein ausgesprochen harmonisches und vielfältiges Klangerlebnis.

Als Zugabe gab es passend den ersten Satz aus Johannes Brahms’ Klavierquartett in c-Moll zu hören. Er hatte Max Reger bei seinem Quartett inspiriert. Und so fand sich nicht nur Motivisches wieder, sondern auch der Eindruck einer in allen Spielarten ausgenutzten Quartettformation.

Das nächste Aulakonzert der Göttinger Kammermusikgesellschaft ist am Sonntag, 17. April. Auf dem Programm stehen Lieder der Spätromantik, vorgetragen von Julia Kleiter (Sopran) und Michael Gees (Klavier). Beginn ist um 19.45 Uhr in der Aula am Wilhelmsplatz.

Von Isabel Trzeciok

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