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Weihnachtskonzert des Göttinger Knabenchores

Konzert in St. Marienkirche Göttingen Weihnachtskonzert des Göttinger Knabenchores

Alle Jahre wieder ist der Andrang groß beim Weihnachtskonzert des Göttinger Knabenchores. In der St. Marienkirche sorgte der Chor unter der Leitung von Michael Krause für ein fast zweistündiges Klangvergnügen.

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In der St. Marienkirche sorgt der Chor unter der Leitung von Michael Krause für ein fast zweistündiges Klangvergnügen.

Quelle: Heller

Göttingen. Unterstützt von vier Solisten (drei aus dem Chor)  und Orchester bot das Konzert mit Motetten und Chorsätzen bekannter Weihnachtslieder sowie der Kantate „Meine Seel erhebt den Herren“ von Johann Sebastian Bach ein abwechslungsreiches Programm, das der Weihnachtsstimmung entschieden auf die Sprünge half. Im Zentrum standen zahlreiche Vertonungen des Magnificat-Textes aus dem Lukasevangelium.

Das Loblied der Maria wird als das älteste Adventslied überhaupt angesehen und der Text erweist sich seit Jahrhunderten als große Inspirationsquelle für Komponisten von der Gregorianik bis Arvo Pärt. Wunderbar getragen und mit großer Homogenität in den Stimmen  singt der Chor das „Magnificat secundi toni“ von John Dunstable (ca. 1380-1435), danach folgt der Weihnachtsklassiker „Es ist ein Ros entstprungen“ mit fein ausgeprägter Dynamik. Im Jahr 1609 verfasste der Komponist Michael Praetorius die populäre Textfassung der zweiten Strophe.

In Bachs Kantate „Meine Seel erhebt den Herren“ (BWV 10) gelingt ein glänzendes Zusammenspiel des Chores mit Orchester und Solisten. Nicola Krause-Glandorf begeisterte mit der anspruchsvollen Arie „Herr, der du stark und mächtig bist“ und der junge Tenor Leopold Schmarsel überzeugte im Anschluss in seinem Rezitativ mit einer erstaunlich reifen stimmlichen Darbietung. Der Chor zeigte sich nicht nur stimmlich flexibel, sondern auch in seinen unterschiedlichen Formationen. So gab es innerhalb der Kantate ein gelungenes Duett von Schmarsel mit zwei Knaben aus dem Alt, eine A-capella- Darbietung von Brittens „Hymn to the virgin“  mit einer Verteilung der Sänger im Kirchenraum sowie immer wieder das musikalische Gesamterlebnis mit Chor und Orchester.

Intonatorische Unsicherheiten wie zu Beginn von Pärts „Magnificat“  sind schnell vergessen, bei so viel Wohlklang, und das polternde Platz nehmen zwischendurch ringt dem Zuhörer nur ein mildes Lächeln über das jugendliche Ungestüm ab. Mit seinem beachtlichen stimmlichen Potenzial und seinem spürbaren Teamgeist kann der Chor an diesem Abend weihnachtlich hell glänzen und erntet begeisterten Applaus.

Von Marie Varela

Nächstes Weihnachtskonzert in der St. Albanikirche, an dem nur die Knabenstimmen des Chores teilhaben werden, am 20. Dezember um 19 Uhr.

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