Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Weimarer Impronto-Quartett in Göttingen

Ungestüme Leidenschaft Weimarer Impronto-Quartett in Göttingen

„Impronto“ nennt sich das Streichquartett, das am Sonnabend für sein Konzert im Clavier-Salon in Göttingen stürmischen Beifall erntete. Die vier Musiker – Jahrgang 1996 und 1997 – überzeugten durch Leidenschaftlichkeit und Professionalität gleichermaßen. Ihr Name ist Programm: „impronto“ heißt ungestüm.

Stumpfebiel 4, Göttingen 51.535073 9.933739
Google Map of 51.535073,9.933739
Stumpfebiel 4, Göttingen Mehr Infos
Nächster Artikel
Wettstreit der Minnesänger

Von links: Pablo Fernández Gonzalez, Sarah Lindenmayer (Violinen), Erik Scharwächter (Viola) und Catarina Weiland (Violoncello)

Quelle: Peter Heller

Dass derart professionelle junge Musiker aus Weimar kommen, ist kein Zufall. Auf dem weitläufigen Gelände des Rokokoschlosses Belvedere ist ein Musikgymnasium samt Internat untergebracht. Dort erhalten junge, hochbegabte Musiker neben dem allgemeinbildenden Unterricht eine spezielle musikalische Förderung: Sie werden von Lehrkräften der Franz-Liszt-Musikhochschule Weimar unterrichtet – und haben viel Gelegenheit, miteinander Kammermusik zu spielen.

Das Programm war perfekt auf den Zeitplan von Fußballfreunden ausgerichtet: Mit einer Spieldauer von knapp anderthalb Stunden war es rechtzeitig fertig, um die entscheidenden Szenen des Spiels Deutschland gegen Italien nicht zu verpassen. Mozarts „Kleine Nachtmusik“ stand am Anfang. In der Streichquartett-Version fehlt zwar das tiefste Instrument – der Kontrabass ist in Mozarts Partitur aber nur eine Verdopplung der Cellostimme in der Unteroktave. Musikalische Substanz geht also nicht verloren.

Göttingen.

Gleich hier zeigten die vier Musiker – Pablo Fernández Gonzalez und die aus Göttingen stammende Sarah Lindenmayer (Violinen), Erik Scharwächter (Viola) und Catarina Weiland (Violoncello) – ihre Stärken. Sie haben Mut zu frischen Tempi, spielen mit selbstbewusstem Ton, mit präziser Intonation, dynamisch abwechslungsreich, durchdacht in der Phrasierung und mit einem fein entwickelten Sinn für belebende Kontraste.

Das sind beste Voraussetzungen, um das selten zu hörende G-Moll-Quartett von Edward Grieg packend zu gestalten, das mit etlichen folkloristischen Wendungen aufwartet und stellenweise orchestrale Klangwirkungen entfaltet. Mit druckvollem Spiel, Leidenschaftlichkeit und großer Virtuosität widmete sich das Impronto-Quartett diesem Werk. Das hell begeisterte Publikum erklatschte sich eine fußballgerechte Zugabe: die Melodie der deutschen Hymne in Haydns Urfassung aus dem „Kaiserquartett“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Michael Schäfer

Die Milchbar im Nörgelbuff