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Welt der Bettler, Gauner und Diebe

„Dreigroschenoper“ in Nordhausen Welt der Bettler, Gauner und Diebe

Brechts „Dreigroschenoper“ ist ein Dauerbrenner im Theater, auch noch mehr als 80 Jahre nach der Uraufführung. In Nordhausen hat sich der Theaterjugendclub an diesem Zugstück versucht – mit ausgesprochen vorzeigbarem Ergebnis.

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Liebling aller Frauen: Nicolas Jantosch als Mackie Messer (Mitte) mit Ensemble.

Quelle: Kühn

Eine leicht schräg gestellte Spielfläche, unschwer erkennbar als eine bühnengroße Ausgabe des „Monopoly“-Spielfeldes. Selbst die Ereignis- und die Gemeinschaftskarten fehlen nicht: eine pfiffige Idee von Bühnenbildner Ronald Winter, mit der er die geldgierige Welt der Bettler, Gauner, Polizisten und Diebe wirkungsvoll illustriert.

Das Ensemble auf dieser Bühne ist jung, blutjung. Es entstammt dem „Theaterjugendclub“ des Theaters Nordhausen, dem rund 30 Mitglieder angehören, eine Gruppe von acht- bis 14-Jährigen und eine von 15- bis 20-Jährigen. Aus der letzteren Gruppe rekrutiert sich die „Dreigroschenoper“-Besetzung.

Lebendig und spielfreudig

Wer befürchtet, hier simples Schülertheater vorgesetzt zu bekommen, wird angenehm überrascht. Durchweg lebendig und spielfreudig agieren die Jung-Darsteller, sagen nicht etwa ihre Texte auf, sondern verkörpern die Figuren – und haben Witz. Das gilt für Nicolas Jantosch als Mackie Messer ebenso wie für Nadja Dumler als Lucy, für Maximilian Böck als Peachum wie für Laura Grebing als Jenny oder Tobias Joch als Polizeichef Brown. Es macht einfach Spaß, ihnen zuzusehen. Auch wie sie Kurt Weills Musik bewältigen, kann sich hören lassen. Dass auch das bestens disponierte „Dreigroschenorchester“ zum Teil mit Jugendlichen besetzt ist (in Kooperation mit der Kreismusikschule Nordhausen und der Musikschule in Sondershausen), macht die Sache rund.

So kann man dem Theater nur gratulieren zu seinem Jugendclub –  und den übrigen Produktionsmitarbeitern (Kai Tietje als musikalischem Leiter, Bianca Sue Henne als Regisseurin und Anja Schulz als Kostümbildnerin) für ihre anspruchsvolle, engagierte Arbeit danken. So erzieht man sein Publikum für morgen – und bereitet dem Publikum von heute ein ungeteiltes Vergnügen. Das zeigte der brausende, von Bravorufen durchsetzte Premierenbeifall eindrucksvoll.

Termine: 8. Mai, 31. Mai und 11. Juni um 19.30 Uhr im Theater Nordhausen, Käthe-Kollwitz-Straße 15. Kartentelefon: 03631/983452. www. theater-nordhausen.de

Von Michael Schäfer

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