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Mit glühender Leidenschaft

Weltmusik im Göttinger Apex Mit glühender Leidenschaft

Das in Osnabrück ansässige Quartett Cicinatela um die georgische Sängerin Natalia Vanishvili verbindet die lebendige Musik Georgiens und des Balkans mit der des Mittelmeerraumes. Die bildhaften Eigenkompositionen ihres aktuellen Albums „Tungi“ haben sie auf im Apex erstrahlen lassen.

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Sängerin Sängerin Natalia Vanishvili stammt aus Georgien.

Quelle: Linnhoff

Göttingen. Cicinatela heißt auf Deutsch Glühwürmchen. Symbolisch für ihre Musik lassen Cicinatela diese leuchten und überwinden dabei mühelos kulturelle Grenzen. Folklore, Swing, Jazz und Flamenco sind die Zutaten ihrer rhythmischen und meist tanzbaren Lieder. 2013 gewann Cicinatela die norddeutsche Ausscheidung des Weltmusikwettbewerbs Creole.

Das Quartett ist extra für dieses Konzert aus Osnabrück angereist. Sängerin Vanishvili hat ein Musikstudium in Georgien als Konzertpianistin abgeschlossen, bevor sie 1997 nach Deutschland kam. Hier fand sie mit dem Perkussionisten Felix Holzenkamp, dem Bassisten Falk Ostendorf und dem Gitarristen Edin Mujkanovic die passenden Musiker für ihre Form von Weltmusik.

Eine musikalische Reise von der Schwarzmeerküste bis ans Mittelmeer und nach Spanien verspricht Vanishvili. Im Laufe des Abends wird sie immer wieder mit Liedern aus ihrer Heimat nach Georgien zurückkehren, die von ihrer kräftigen, klagenden Stimme getragen werden.

In dem sich langsam ins Rhythmische steigernde „Gelino“ von ihrem aktuellen Album „Tungi“ glänzt die Band gleich mit großer Musikalität und Vitalität. Nach „Iafnana“, einem georgischen Schlaflied, schlagen die Musiker mit einem sephardischen Lied eine Brücke in den Mittelmeerraum.

In dem aus der Maurenzeit stammenden Instrumentalstück „Ojalá“ (Hoffentlich) demonstrieren die drei Instrumentalisten ausführlich ihr beeindruckendes Können. Flamencoartige Gitarrenklänge zeugen von den spanischen Einflüssen Mujkanovics. Im Wechsel übernimmt Ostendorf mit wohltuend singendem Klang auf seinem bundlosen 5-saitigen Bass die Melodielinie. Holzenkamp schafft dazu auf sehr kreative Weise mal dezente, dann wieder sehr druckvolle Perkussionakzente.

Ein Hit vom Balkans über einen sterbenden Pascha führt nach Bosnien. Das zarte „Nana“ sei ein wertvolles Lied aus ihrer Kindheit, erläutert Vanishvili, und in „Tchirepuna“ (Haselnußernte) würde, wie in den meisten Liedern ihrer Heimat, lebhaft geflirtet, geliebt, geschieden und getanzt, fügt sie augenzwinkernd hinzu.

Tanzen will sie zum Ende des Konzertes auch. Zum Titelstück „Tungi“ steigt sie herab von der Bühne und beendet mit den begeisternd applaudierenden Besuchern zu orientalischen Klängen einen Abend voller glühender musikalischer Leidenschaft.

Von Jörg Linnhoff

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