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Zwischen Himmel und Hölle

Werke von Christel Irmscher im Künstlerhaus Zwischen Himmel und Hölle

„Aus Eins mach Zehn“ ist die Ausstellung mit Malereien, Objekten und computerbearbeiteten Fotografien von Christel Irmscher betitelt, die jetzt in der Oberen Galerie des Künstlerhauses Göttingen eröffnet wurde. Die Arbeiten der in Hevensen lebenden Künstlerin sind bis zum Sonntag, 9. Oktober, zu sehen.

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Christel Irmscher zur Eröffnung ihrer Ausstellung im Künstlerhaus.    

Quelle: CH

Göttingen. Trotzig steht sie da mit ihren imposanten Hörnern. So, als ob sie mit dem spiegelnden Boden, der den Blick in undefinierbare Tiefen gleiten lässt, verwurzelt ist. Die Ziege, Sinnbild der Ambivalenz. Einerseits die Nährerin in der griechischen Mythologie und von Zeus geliebt als Sternbild in den Himmel gebannt. Andererseits mit dem Teufel im Bunde. Irmscher hat ihre Ziege in eine Szenerie gestellt, die den Hinweis „Star-Club“ trägt und dem Betrachter in vielerlei Spiegelungen seine eigene Ambivalenz und ständige Selbstbespiegelung vor Augen führt.

Gegensätze finden sich auch in anderen Objekten. Individuelle Lebenswege werden Teil eines Ganzen, wenn man erkennt, dass gespannte Fäden in einer Serie zwar immer andere Verläufe nehmen, aber doch jeweils die gleichen Fixpunkte passieren. Und Treibholz trifft hier auf den Kontrast aus Zuckerperlen.

Irmscher konfrontiert mit Lebenswirklichkeiten, mit Konkretem und Bezügen zu Mythen. Der Titel der Ausstellung verweist auf das Hexen-Einmaleins in Goethes Faust. Und so wie in dem Rätselgedicht die Sprache auseinandergenommen und zum Spiel freigegeben wird, so spielt die Künstlerin mit ihren Bildern und Objekten. In ihrer Mischung der Medien fragmentiert sie, wiederholt und setzt neu zusammen. „Irmscher appelliert an die Wahrnehmungs- und Einbildungskraft der Betrachter, sich irritieren zu lassen und sich anderen Wirklichkeiten jenseits der konkreten Erfahrungen zu stellen“, heißt es in der Einladung zur Ausstellung.

„Die Arbeiten sind von einer sehr, sehr großen Komplexität“, erläuterte der Kunstkritiker Michael Stoeber in seiner Eröffnungsrede. „Mit Vereinigungen des Entgegengesetzten arbeiten diese Bilder in sehr überzeugender Weise.“

Dynamische Schwünge, organisch anmutende Schlaufen, Skripturen und Linien durchziehen stark komprimiert Irmschers Bilder. Stoeber macht neben dem Changieren von Bildgrund und Bildfigur gleichzeitig ein ganz klares Raster in den überlagernden Malschichten aus. „Dieses Raster ist ein Symbol par excellence für Rationalität.“

„Vor allem wird die Lust an Symbolen deutlich“, so Stoeber bei seinen Ausführungen zu Irmschers Bildern, die sich durch große Eigenwilligkeit auszeichneten. „In der Kunst geht es immer um Symbole und in dieser Ausstellung überhaupt.“

Die Ausstellung mit Arbeiten von Christel Irmscher wird bis Sonntag, 9. Oktober,  im Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstraße 1 gezeigt. Am Sonntag 18. September, gibt es um 11 Uhr eine Führung mit der Künstlerin. Zur Finissage am Sonntag, 9. Oktober, um 11.30 Uhr liest Tina Fibiger ausgewählte Gedichte zu Arbeiten der Schau.

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