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Werke von Schröter in Alter Feuerwache

Abstraktes in Öl und Acryl Werke von Schröter in Alter Feuerwache

Seine Acryl-Ölbilder sind abstrakt, die Collagen auf Leinwand gedruckt und danach bemalt. Werke von Dietmar Robert Schröter (79) zeigt die Ausstellung „Winterblüte“ in der Alten Feuerwache. Dazu gehört auch ein Kuriositätenkabinett voller Krempel, den Schröter mit witzigen Sprüchen kommentiert.

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Quelle: Wenzel

Göttingen. „Emanzipation einer Flöte – Sie ging flöten“ steht auf dem Zettel neben dem Instrument. Eine Laica aus Ballenhausen präsentiert der Künstler, der in dem Ort lebt, als „Ballalaica“. Zum neuen Denkmal vor dem Bahnhof, das die Göttinger Sieben ehrt, dichtet Schröter frei nach Robert Gernhard: „Sponsoren – niemand holt sie munter, von ihrem Sockel runter“.

Die Idee zu solchen Arbeiten kam den Ballenhäuser 1981. Damals feierte ein Freund, der in Esebeck einen Hof übernommen hatte, ein Fest. 80 Funde vom Dachboden kombinierte Schröter zur Begeisterung der Gäste mit Sprüchen. Für Heiterkeit will er auch mit seinem Kabinett in einem Nebenraum des Galerie-Glasbaus sorgen. „Aber schreiben Sie nicht zuviel darüber, das ist ja nur ein Randaspekt“, bittet er.

Neben den Kuriositäten gibt es im Glasbau Collagen des Künstlers zu sehen. Er fertigt sie aus Fotos, die er teils selbst gemacht hat, teils aus Zeitschriften entnimmt. „Ich scanne die Arbeiten, drucke sie auf Leinwand und bemale sie“, führt Schröter aus. Wo die Malerei beginnt, ist oft erst auf den zweiten Blick zu erkennen.

Ein Raum zeigt Berlin-Collagen. Nach der Wende hat Schröter in den Hinterhöfen des Scheunenviertels fotografiert. Dort lebten vor der Schoah viele Juden aus Osteuropa. Der Künstler entdeckte an den Häusern damals noch Bombenschäden aus dem Zweiten Weltkrieg. „Heute ist das Viertel nicht mehr wieder zuerkennen“, sagt er. Alles sei geglättet worden.

Vielfältig sind Schröters Werke. Manche Bilder stecken voller Dynamik. Über einen Straßenzug, in dem sich Bauschutt türmt, wölbt sich eine dunkle Wolke. Aus ihr leutet es rotglühend. Andere Bilder kombinieren Mauerwerk, Strahlschrott, Schluchten oder Ruinen.

Im Hauptgebäude der Galerie zeigt der Künstler abstrakte Acryl-Ölbilder, von denen viele in den vergangenen drei Jahren entstanden. „Ich male mit Acryl als Grundierung vor und beende das Bild nach dem Trocken mit Öl“, erläutert der 79-Jährige seine Technik. Und: „Ich beginne mit dem Malen, ohne etwas Bestimmtes darstellen zu wollen.“ Die Motive entwickelten sich im Entstehungsprozess.

Entsprechend schwer sind die Bilder zu beschreiben. Besucher loben das Farb- und Formgefühl des Künstlers. Schröter, der nach dem Krieg als neunjähriges Flüchtlingskind aus dem schlesischen Riesengebirge nach Göttingen kam, hat Bildende Kunst studiert. Nach Jahren der Lehrtätigkeit ist er seit 1988 als freischaffender Künstler tätig.

Die Ausstellung "Winterblüte" mit Werken von Dietmar Robert Schröter ist in der Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4 in Göttingen, montags bis freitags von 10 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 13 Uhr zu sehen (bis 28. Februar). 

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