Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Wie Mann sich die Welt der Frauen vorstellt

„Sex ohne Beach“ Wie Mann sich die Welt der Frauen vorstellt

Ende 2006 fanden vier Männer heimlich Unterschlupf im Heizungskeller eines Einkaufszentrums. Dort regierten Fußball, Bier und Pizza, während die Lebensgefährtinnen den Sonnabend ahnungslos mit Shoppen verbrachten. 

Voriger Artikel
Lyrik mit „Wortart“
Nächster Artikel
Wie im spätmittelalterlichen Göttingen

Leben kann so grausam sein: Ella (N. Nollau), Svetlana (A. Strube), Cloe (S. Schermuly) und Simone (A. Fornell) (von links).

Quelle: Opitz

„Männerhort“ hieß die Komödie, die Henner Kallmeyer auf der großen Bühne des Deutschen Theaters inszeniert hatte, ein Publikumserfolg. Jetzt schlagen die Damen zurück. Sie treffen sich in einer Boutique. Swantje Möller hat Regie geführt bei der Komödie „Sex ohne Beach“ von Tobias Bungter, für die Uraufführung war das Deutsche Theater Göttingen passend in die Boutique Woggon am Wilhelmsplatz gezogen.

Ach je, die arme Simone. Eigentlich ist sie ja Schauspielerin und ihr Mann Regisseur. Doch Rollen bekommt sie keine. Hat sie also eine Boutique eröffnet. Die lief auch eine Weile ganz passabel, doch jetzt ist Simone pleite. Das wiederum geht ihre Freundinnen Ella und Cloe hart an. Denn die haben sich immer in dem Lädchen getroffen und das getan, was Frauen halt so tun. Über Mode und Schminke sprechen beispielsweise oder über Männer und Sex. Dann stößt auch noch die prollige Svetlana zu ihnen. Sie hat den Laden gemietet und will dort ein Nagel- und Waxingstudio betreiben. Alle eint, dass sie Probleme mit ihren Männern haben.

Hätte eine Frau einen solchen Plott schreiben können, der nur so strotzt vor Klischees über Frauen? Bestimmt, aber vorstellen mag man es sich nicht. So stellt sich wohl eher ein Mann das Leben der Frauen vor, wenn sie ohne Männer zusammensitzen. Aber auch diese Runden gibt es bestimmt. Es gibt ja nichts, was es nicht gibt. Nur vorstellen mag man es sich eben nicht.

Vier Schauspielerinnen müssen diese Klischeefrauen jetzt auf der Bühne verkörpern. Angelika Fornell ist eine hübsch weinerliche Simone, die ahnt, dass ihre Felle längst davon geschwommen sind. Nadine Nollau spielt die dauerpendelnde Esoterikerin Ella, Sarah Schermulys Cloe könnte auch in Düsseldorf wohnen und dort shoppen. Und Andrea Strubes Svetlana ist ein bisschen klischee-russlanddeutsch und viel Musicaldarstellerin. Eine Stunde brauchen die vier, um sich mit „Sex on the Beach“, einem Cocktail, in Stimmung zu bringen, viel thematisch passende Chartmusik zu singen, eine Bombe zu bauen und einen Hamster zu Grabe zu tragen. Swantje Möller hat das Ganze solide in Szene gesetzt. Die Scherze zünden ordentlich und am Ende wird geklatscht. Nette Unterhaltung, wenig Anspruch, schnell vergessen.

„Sex ohne Beach“ steht am Mittwoch, 14. November, um 20 Uhr auf der Kellerbühne des Deutschen Theaters Göttingen, Theaterplatz 11, auf dem Spielplan. Kartentelefon: 05 51 / 49 69 11.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Zurmühle-Vertrag nicht verlängert

Der Aufsichtsrat des Deutschen Theaters (DT) Göttingen hat am Montagabend beschlossen, den im August 2014 auslaufenden Vertrag mit Intendant Mark Zurmühle (59) nach 15 Jahren nicht zu verlängern. Jetzt haben sich erste Kritiker dieser Entscheidung zu Wort gemeldet.

mehr

Hier bloggen wir zu den Göttinger Händel-Festspielen 2017 – berichten von Vorbereitungen, besuchen Opernproben und werfen einen Blick hinter die Kulissen. mehr

Fotografie-Ausstellung „In saeculo lux“ in der Galerie Ahlers