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Enormes Leidenschafts-Potenzial

Göttinger Symphonie-Orchester spielt spanische Musik Enormes Leidenschafts-Potenzial

Einmal im Jahr hat das Göttinger Symphonie-Orchester (GSO) ein ganz anderes Publikum als sonst: beim „Willkommenskonzert für Toleranz und Integration“. Gut gefüllt war das Parkett der Stadthalle am Donnerstagvormittag. Zu hören gab es ein spanisches Programm mit dem Dirigenten Martín Baeza-Rubio.

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Willkommenskonzert des Göttinger Symphonie Orchesters.

Quelle: Mischke

Göttingen. Die Einladungen zu der von den Göttinger Stadtwerken geförderten Matinee, Generalprobe zum ersten Promenadenkonzert der Saison, gingen an soziale Einrichtungen, Schulen, Flüchtlingsheime, Behindertenwerkstätten und Wohlfahrtsverbände. Und viele, viele kamen: Rollstuhlfahrer und Flüchtlinge, Schüler in Scharen, Senioren, Halbwüchsige – in ihren akustischen Äußerungen etwas lautstärker als das Abonnementspublikum, aber sichtbar interessiert an dem, was sich auf der Bühne abspielte. Auch wenn die Schüler manchmal zappelten, waren sie erstaunlich diszipliniert. Handys nutzten sie eher zum Fotografieren als zum Surfen im Internet.

Das stilistisch abwechslungsreiche Programm umfasste Werke spanischer Komponisten, die man hierzulande sonst so gut wie nie hört, die aber – gerade unter dem Dirigat eines Spaniers – ein enormes Leidenschafts-Potenzial offenbaren: etwa im eröffnenden Intermedio aus der Zarzuela „La Boda de Luis Alonso“ von Jerónimo Giménez, einem Fandango von Amadeo Vives oder einem Bolero von Enrique Fernández Arbós, ergänzt durch das populäre Stück „España“ von Emmanuel Chabrier.

Ganz einzigartig war diese Matinee wegen ihres ungewöhnlichen Solisten. Zu Gast war Antonio Serrano, ein Virtuose auf der chromatischen Mundharmonika, der sich mit einem Konzert des englischen Komponisten Malcolm Arnold brillant präsentierte. Sein Spiel besitzt zwar nicht die Klangfülle, aber doch den Ausdrucksreichtum eines Akkordeons, dazu eine staunenswerte schwebende Leichtigkeit. Atemberaubend. Serrano hat dieses Konzert bereits 1992 als 18-Jähriger aufgeführt. Für den mit begeisterten Pfiffen und lautem Jubel gewürzten Beifall bedankte er sich mit zwei Zugaben.

Schwerpunkt der zweiten Hälfte des Konzerts war atmosphärisch dichte, klangfarblich vielfältige Musik von Manuel de Falla: die erste Danza aus „La vida breve“ mit abermals virtuosem Mundharmonika-Solo von Antonio Serrano und den beiden spannungsreich gestalteten Suiten aus dem Ballett „Der Dreispitz“. Auch hier begeisterten die GSO-Musiker ihr Publikum nachhaltig. Olé!

Nächster Termin:

Nächster GSO-Termin: Familienkonzert am Sonntag, 30. Oktober, um 11.30 Uhr im Deutschen Theater, Theaterplatz 2. Auf dem Programm: Smetanas „Moldau“.

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Von Redakteur Michael Schäfer

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