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Problematische Monokulturen

Ökologische Auswirkungen der Landwirtschaft in Indonesien Problematische Monokulturen

Indonesische Kleinbauern setzen bei der Bewirtschaftung ihres Landes zunehmend auf Monokulturen von Ölpalme und Kautschuk. Sie tragen damit zur Verdrängung von Regenwald und artenreichen Agroforstsystemen bei. Das haben Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs EFForTS an der Universität Göttingen gezeigt.

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Nur auf kurze Sicht profitabel: Monokulturen von Ölpalmen.

Quelle: Scheu

Göttingen. Der Einsatz von Monokulturen ist auf kurze Sicht sehr profitabel und zieht Migranten aus anderen Regionen des Landes an. Aus ökologischer Sicht ist die Zunahme jedoch problematisch. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienen.

Die negativen Folgen großer Ölpalmplantagen auf Artenvielfalt, Boden und Klima sind mittlerweile in vielen Studien belegt. Kleinbäuerliche Landwirtschaft hingegen gilt oftmals als umweltschonend, doch über deren ökonomische und ökologische Auswirkungen ist vergleichsweise wenig bekannt. In den ursprünglichen Agroforstsystemen wird extensiver Kautschukanbau betrieben, bei dem die Kautschukbäume von zahlreichen heimischen Baumarten umgeben sind, was sich positiv auf Tier- und Pflanzenvielfalt und ökologische Funktionen wie zum Beispiel die Speicherung von Kohlenstoff auswirkt. Ökonomisch können diese Systeme jedoch mit modernen Monokulturen nicht konkurrieren.

Die Entwicklung bedroht nicht nur die Pflanzen- und Tierarten des Regenwaldes, sondern auch Boden und Gewässer: In Ölpalm-Monokulturen sinkt die Bodenfruchtbarkeit, die hohen Düngergaben versauern den Boden und Nährstoffe werden ausgewaschen. Dies belastet die Qualität des Grund- und Bodenwassers und wird langfristig die Grundlage für die landwirtschaftliche Produktion verschlechtern. „Für die große Mehrheit der Kleinbauern ist die Umwandlung von Regenwald und von extensiv bewirtschafteten Agroforstsystemen in Monokulturen aus Kautschuk oder Ölpalme der schnellste und effektivste Weg aus der Armut“, erläutert SFB-Sprecher Prof. Stefan Scheu. „Negative Auswirkungen auf Biodiversität und ökologische Funktionen werden dabei bisher kaum berücksichtigt.“

Anreize für eine umweltschonende Bewirtschaftung gibt es kaum. Die Wissenschaftler von EFForTS erforschen in der zweiten Förderphase des SFB, wie die negativen Auswirkungen verringert werden können.pek/r

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