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Who killed Bruce Lee stellt neues Album vor

Europa-Tournee gestartet Who killed Bruce Lee stellt neues Album vor

Heulende Gitarren, wummernde Bässe, Synthie-Klänge: Am Donnerstag hat die Beiruter Rockband Who Killed Bruce Lee im Göttinger Live-Club Exil ihr Album Distant Rendezvous vorgestellt, einen Tag vor der Releaseparty in Berlin. Der Auftritt war der Auftakt zur Europatournee der Gruppe.

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Who killed Bruce Lee im Exil Göttingen

Quelle: CH

Göttingen. Mit ihren kahl rasierten Schädeln, den kräftigen Vollbärten und den massigen Körpern würden Wassim Bou Malham (Gesang, Gitarre) und Hassib Dergham (Keyboard, Synth) gut in einen Rockerclub passen. Oder in eine Islamisten-Miliz. Mit Fanatikern wollen sie indes nichts zu tun haben. „Ich wünschte, sie würden alle auf den Mond verschwinden“, meint Dergham. Er habe nur für eine Art Fundamentalismus Verständnis, für Leute, die wie er für eine Extraportion Bacon alles tun.

„Im Libanon haben viele die Nase voll von dem, was derzeit in der Politik passiert“, sagt der Keyboarder. Die Menschen wollten tanzen und alles andere vergessen. Dieses Bedürfnis bediene WKBL. In Beiruts lebendiger Musikszene gebe es eine Reihe von Rockbands. WBKL hat den Red Bull Sound Clash in der Hauptstadt gewonnen.

„Wir sammelten daraufhin mit einer Crowdfunding-Aktion 20.000 Euro ein und nahmen in den Red Bull Studios in Paris zwei Songs auf“, berichtet Dergham. Die Band sei durch Frankreich getourt. Auf dem Abschlusskonzert im Pariser Veranstaltungszentrum La Boule Noir haben sie Deutsche kennen gelernt, die sie nun managen.

„Wir haben alles im Libanon verkauft“, erzählt Dergham. „Einschließlich meiner Schwester“, scherzt Drummer Malek Rizkallah. In den Berliner Riverside Studios spielte die Band, zu der noch Bassist Pascal Sarkis gehört, mit Unterstützung des australischen Produzenten Victor Van Vugt (Nick Cave, Depeche Mode) ihr Album ein. Auf 100 Konzerten in Europa wollen sie es ab sofort präsentieren.

Beim Tourneeauftakt im Exil riss Frontmann Malham gleich beim ersten Lied eine Saite seiner roten Gitarre. „Sie macht mir immer Probleme, aber ich liebe sie“, erklärte der Musiker. Dergham reichte ihm das Ersatzinstrument herüber, eine Gitarre wie sie Led Zeppelin gespielt hat. Zeppelin gehört zusammen mit Gruppen wie The Who, LCD Soundsystem oder Queens of the Stone Age zu den Vorbildern der Libanesen.

Malham sang im Exil über Sex, aber auch über das verrückte Beirut, wo die Menschen während des Bürgerkriegs tagsüber aufeinander geschossen und nachts gemeinsam gekifft hätten, so der Musiker. Die Göttinger waren begeistert.

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