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Wucan bringen krautigen Hardrock ins Dots

Wehende Mähnen auf und vor der Bühne Wucan bringen krautigen Hardrock ins Dots

Hardrock mit einem ordentlich krautigen Einschlag, kraftvoll umgesetzt, hat am Donnerstagabend die Dresdner Band Wucan auf die Bühne des Dots gebracht. Um Frontfrau Francis Tobolsky und ihre drei – ebenfalls langhaarigen – Mitstreiter herum ließen die Zuschauer wild die Haare kreisen.

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Quelle: ne

Göttingen. Sobald der Name Wucan fällt, wird im selben Atemzug auch beinahe zwangsläufig Jethro Tull mit erwähnt. Ja, es gibt schwer an den 1970er-Jahren angelehnten Rocksound, wenn die Band aus Dresden in der Nähe ist. Und ja, der klingt auch manchmal nach Jethro Tull. Doch der Pauschalvergleich funktioniert nicht.

Denn manchmal hört sich das Quartett um Francis Tobolsky an, als hätte es Free, Frumpy oder Rory Gallagher gefrühstückt – und mit einem ordentlichen Schluck Whisky nachgespült. Manchmal klingt die Band stark nach Hardrock und Heavy Metal. Was herauskommt, ist eine härtere Version von Retro-Rock in der Manier von Blues Pills oder Siena Root mit rockröhrigem Gesang aus der Kehle einer zierlichen Blondine.

Live brachte die Band ihre Songs, unter anderem vom aktuellen Album „Sow the Wind“ am Donnerstagabend auf die Mini-Bühne im Dots – und hinterließ mehr als einmal offene Münder, wehende Haare und Schweißflecken auf den Shirts der überwiegend männlichen Besucher zwischen Mitte 20 und Mitte 60.

Eine 23-Jährige mit einer Röhre, wie sie selten zu hören ist, eine Bühnenpräsenz, die eigentlich vor ein größeres Publikum gehörte und kraftvolle, bis zu 20 Minuten lange Songs zogen das Publikum in dem rappelvollen Laden im Börnerviertel von den ersten Klängen an in ihren Bann. Als dann Tobolsky, die neben Gesang, Gitarre und Querflöte auch gelesenen Passagen beitrug, ans Theremin trat, war es vorbei: Das Publikum tobte. Mit irrem Blick oder verzücktem Lächeln entlockte die Frontfrau mit der hüftlangen Mähne und dem Hippie-Outfit dem Instrument schrille Töne und abgefahrene Soundeffekte.

Wucan, der Name ist einem Titel der Psychedelic-Band Black Mountain entlehnt, sind im Aufwind. Ein ausverkauftes Dots ist dafür sicher noch nicht der Gradmesser, dafür ist der Laden eine Nummer zu klein. Das Gefühl aber, das sie nach einem Live-Auftritt hinterlassen, sagt: Aus den Dresdnern wird noch etwas. Abwarten, wie das Fachpublikum beim Burg-Herzberg-Festival im kommenden Jahr urteilen wird.

©Eckermann

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