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Wuchtige Arrangements

70er Jahre Post-Kraut-Rock mit Darjeeling Wuchtige Arrangements

Zwischen Indie-Psychedelia und Post-Kraut bewegt sich die stark 70er Jahre geprägte Musik der jungen Band Darjeeling aus Wuppertal. Den drei Musikern eilt der Ruf voraus, eine kompromisslos exzellente Live-Band zu sein. Ob dem so ist, davon konnten sich jetzt die Besucher im Apex überzeugen.

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Psychedelisch anmutende Klanggemälde: Darjeeling in Göttingen.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Das Apex, früher vorwiegend eine Bühne für Jazz- und Folkmusik, scheint sich langsam zu einem Geheimtipp für ganz individuelle Sounds junger Musiker und  Bands zu mausern. Das Konzert beginnt mit zeitlicher Verzögerung, da der Techniker der Band keinen Parkplatz für sein Auto findet. Die Stadthalle wird zur gleichen Zeit von Bodo Wartke und dem "Capital Dance Orchestra" bespielt.

Und dann habe die Band noch einen Streit hinter der Bühne gehabt, wie Till Fabian zu Beginn anmerkt. Streitigkeiten müsse man zu Ende führen, sonst gäbe es letztendlich ganz böses Blut. Coole Typen mit Strickmützen stehen da auf der Bühne. Barfuss hinter seinen Keyboards sitzend legt Fabian mit einem eindringlichen Orgel-Intro los, bevor es dann richtig laut wird.

Hallig harmonischer Gesang, die durch Flanger- und Tremolo-Pedals gejagte und mit Delay- und Echoeffekten versehenen Gitarrensounds von Jan Richard, die treibende Rhythmus-Power um Till Haustein, Schlagzeug und Markus Kressin am Bass und das effektvolle Keyboard- und Orgelspiel von Fabian machen das Gesamtkonzept der Musik von Darjeeling aus. Haustein ist erst in Göttingen in die Tour eingestiegen. Eine Premiere also, aber er hat schon zu früheren Zeiten mit der Band gespielt.

Die wuchtigen Arrangements und teils psychedelisch anmutenden Klanggemälde mit Popeinschlägen werden von mehrstimmigen Gesangsstrukturen untermalt, die teils krachenden Soundgebilde immer mal wieder in kurzen Breaks zurückgenommen. Zusätzliche perkussive Akzente werden von Fabian eingestreut. Die Musiker scheinen eins mit ihren Instrumenten und ihrer für diese Zeit eher unkonventionellen Musik zu sein.

"I won´t be waiting till you´re gone", eine Ballade, haben sie als 7-Inch Single veröffentlicht. Das Stück ist auch als Video auf YouTube abrufbar. "Elephant of Love", ihr letzter Song, endet mit wilden Trommeln in einer nahezu infernalischen Improvisation. Kontrastreich dazu das wunderschöne "Still weapon", ein ruhiges, melancholisches Stück, das die sympathische Band noch als entspannte Zugabe mit auf den Weg gibt.

Nach etwas mehr als einer Stunde hat das Quartett sein Pulver verschossen und beim vorwiegend jüngeren Publikum einen im Sinne des Wortes "gewaltigen" Eindruck hinterlassen.

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