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Yes We Mystic

Mit Violine auf Tour Yes We Mystic

Die Kanadische Indie-Band „Yes We Mystic“ überzeugt mit Rock auf Violine & Co im Nörgelbuff. Sie sind jung, bescheiden und spielen verträumten Indie-Rock. „Yes We Mystic“ haben auf ihrer Deutschlandtour am Dienstag Station im Göttinger Nörgelbuff gemacht.

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Quelle: Wathsack

Göttingen. Sie machen keinen großen Aufriss um ihren Auftritt. Wer darauf geachtet hat, konnte die fünf Kanadier noch kurz vor Konzertbeginn vor der Eingangstür des Nörgelbuffs plaudern sehen. So könnten sie auch Austauschstudierende sein, die einen entspannten Frühherbst in Göttingen verleben möchten. Stattdessen kommen „Yes We Mystic“ gerade von ihrem ersten Auftritt während der Deutschlandtour in Köln am Vorabend. Vier Stunden Autofahrt seien aber ein Klacks für die Musiker, die ganz andere Strecken aus ihrem Heimatland gewohnt sind. „Wir kommen aus Winnipeg“, sagt Frontsänger und Leadgitarrist Adam Fuhr auf Englisch. Die Stadt liegt in der Mitte zwischen Vancouver und Toronto, mindestens 25 Stunden Fahrt in beide Richtungen.

Die Musiker setzen sofort mit ihrem ersten Lied ein und spielen sichtlich gebannt von ihrer eigenen Musik, die sie selbst als „Art Rock“ bezeichnen.  Sie fahren ordentlich auf: neben Gitarre, Keyboard und Drums sorgen vor allem Cello, Geige und Mandoline für einen verspielten Klang, der in eine – zum Bandnamen passende – mystische Welt verführt. „Wir laufen auch mal auf der Bühne herum und spielen die Instrumente der anderen“, verkündet die ein Bandmitglied. Da wird es schon eng auf der Bühne. Versunken in märchenhafte Melodien, schlägt sich Violinist Eric Ross in der Euphorie seines Spiels beinah den Kopf an der tiefen Decke des Kellerklubs.

Das Programm ist abwechslungsreich. Mal düsterer und langsam, mal tanzbar belebend. Mit ihren drei eigenen Alben, das neue namens „Forgiver“, sind sie aber nach einer guten Stunde schon durch und so verabschieden sie sich mit großem Dankeschön und verschwinden.

Die Band gründete sich 2011. Sie steht damit also noch am Anfang einer Musikkarriere. So wirken die fünf auch eher wie Schüler einer Musikhochschule, die nach einer klassischen Ausbildung mit rockiger und junger Kreativität anknüpfen möchten. Nicht nur aufgrund des Platzmangels durch die vielen unterschiedlichen Instrumente, kann man aber sehen, dass „Yes We Mystic“ für größere Bühnen, vielleicht auf Festivals, bestimmt sind. Denn der Synthesizer macht die Musik groß und bewegt zum Tanzen. Kommerz klingt in der Musik der Kanadier aber erfreulicher Weise noch nicht mit. Sie spielen um der Musik willen. In Deutschland tun sie das besonders gerne – lassen sie immer wieder verkünden.

Das Publikum, das wie die Musiker selbst zunächst bescheiden in die Musik eingetaucht war, spendet zum Abschluss aber anerkennenden Applaus - und bekommt gleich mehrere Zugaben.

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