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Jenseits von Tag und Nacht

Zantis und Scheffel in der Galerie Ahlers Jenseits von Tag und Nacht

Sie kommen aus ganz verschiedenen Richtungen. Sie ist Zeichnerin, er ist Maler. In einer Ausstellung lassen sich mehr Gemeinsamkeiten entdecken, als man zunächst vermuten könnte. Arbeiten von Gerlinde Zantis und Wolfram Scheffel zeigt die Galerie Ahlers in Göttingen bis Sonnabend, 19. November.

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Harte Schatten: Gerlinde Zantis zeichnet Architektur.    

Quelle: R

Göttingen. Der Weg führt einen steilen Hang hinauf. Von Büschen begrenzt, verliert er sich nach einer leichten Biegung in einem schmalen Ausschnitt des Horizonts. Doch der Blick wird nicht in die Ferne gezogen, als vielmehr auf die Nähe gelenkt. Die Schottersteine im Bildvordergrund fordern Aufmerksamkeit ein, so als wollten sie in ihren Details betrachtet werden. Den Formen und Größen, den wie mit Kreide überpuderten Oberflächen.

Auf den mit Graphit, Farbstift und Pastell gezeichneten Bildern von Gerlinde Zantis sind Orte, Häuser und Landschaften zu sehen, zu den Sujets ließ sie sich in Südfrankreich inspirieren. Die Farben sind zurückgenommen zwischen Schwarz und Weiß sowie ganz zarten Grün-, Braun- und Ziegelrottönen. Das gesetzte Licht beschreibt eine Zeit jenseits von Tag und Nacht.

Menschenleer sind die Szenerien. Licht und Schatten verstärken den Eindruck der Verlassenheit, die Spannung erzeugt. In den Bildern der Aachener Künstlerin wird nicht nachgeahmte, sondern erfinderisch gebannte Kultur und Natur bildhaft, die schlichte Existenz spüren lässt.

Durch klare Formen und strenge Kompositionen, die expressiven Farbtöne und reinen Flächen, das starke Licht und die konzentrierten Schatten schafft auch Wolfram Scheffel eine eigene, künstlich erzeugte Bildwirklichkeit. Losgelöst von einer Abbildung der Realität, lässt er Landschaften, Orte und Architektur einen Prozess der Verdichtung und Reduktion durchlaufen. Die Tiefe in der Perspektive scheint ihrer Bedeutung nahezu enthoben zu sein. Auch in den Bildern und Sujets des Künstlers aus Freiburg sind keine Menschen zu finden. Landschaften und Orte wirken aufgeräumt und wie erstarrt, um vom Betrachter selbst belebt zu werden.

Galerist Oliver Ahlers arbeitet seit rund 30 Jahren mit Wolfram Scheffel zusammen. Gerlinde Zantis hat er seit etwa zwei Jahren im Programm. Wobei sich beide Künstler vor der Ausstellung noch nicht gekannt hätten, so Ahlers. „Sie sind sich einfach plötzlich begegnet, was das Licht, Schatten, Gebäude und das Menschenleere betrifft, obwohl sie aus völlig verschiedenen Richtungen kommen.“ Eine weitere Gemeinsamkeit der Künstler findet sich auch in der Vorgehensweise. Beide arbeiten mit Skizzenbüchern.

Die Ausstellung ist bis Sonnabend, 19. November, in der Galerie Ahlers in Göttingen, Düstere Straße 21, dienstags bis freitags von 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 13 Uhr zu sehen.

Von Karola Hoffmann

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