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Zielvereinbarung für Deutsches Theater und Symphonie-Orchester Göttingen

„Genau das, was wir machen“ Zielvereinbarung für Deutsches Theater und Symphonie-Orchester Göttingen

Fünf kommunale Theater und Orchester haben mit dem Land Niedersachsen einen Vertrag abgeschlossen, der ihnen Planungssicherheit bis zum Jahr 2016 zusichert. Auch zwei Einrichtungen aus Göttingen finden sich auf der Liste: das Deutsche Theater (DT) und das Göttinger Symphonie-Orchester (GSO). Knapp 16 Millionen Euro sichert das Land den Vertragspartnern zu.

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Zielvorgaben-Vertrag mit dem Land Niedersachsen: Das Deutsches Theater sieht sich auf einem guten Weg.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Im Gegenzug mussten diese Zielvereinbarungen unterschreiben. Sie sollen neue Publikumsschichten gewinnen, Kinder- und Jugendtheater anbieten, verstärkt ältere Menschen einbeziehen, und Menschen anderer kultureller Herkunft einbinden.

Zudem sollen die Häuser mit Kulturakteuren von Freien Theatern, Hochschulen, Musikschulen, Volkshochschulen, Kirchen oder soziokulturellen Einrichtungen kooperieren. Eine schwere Bürde für die kommenden Jahre?

„Wir haben die Ziele schon übererfüllt“, sagt Karolin Loh, GSO-Verwaltungsdirektorin, selbstbewusst. Auch gehe es ihnen nicht darum, Ziele abzuhaken, sondern Konzepte zu entwickeln. Im Bereich der Konzerte in Schulen hätte das GSO eine Steigerungsrate von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2014: 10, 2015: 20), Gespräche im Umland würden derzeit über weitere Auftritte geführt.

Wir erfüllen auch unsere Mission

GSO-Musiker bieten Musikschulen an, den Kindern Freude am Musizieren zu vermitteln. Der GSO-Kinderclub werde erweitert. Für ältere Menschen bieten GSO-Musiker die Serenaden im GDA-Wohnstift an, und ein spezielles musikalisches Programm für Menschen mit Demenz werde entwickelt.

Auch für Menschen anderer kultureller Herkunft soll es künftig Konzerte geben. Bereits im März soll der ägyptische Dirigent und Komponist Hisham Gabr das GSO in der Stadthalle dirigieren, Solist wird ein Syrer sein, teilt Loh mit. Ein Konzert für Flüchtlinge, die mit Shuttlebussen zur Stadthalle gebracht werden, soll es in diesem Zeitraum geben.

Weiterhin auf der Agenda: Konzerte für Menschen mit Sehbehinderung. Und derzeit sei man bei der Planung eines Konzertes für Teenager und junge Studenten „an einer coolen Location“, erklärt die Verwaltungsdirektorin. Mit all dem „erfüllen wir nicht nur unsere vertraglichen Verpflichtungen, wir erfüllen auch unsere Mission“.

„Genau das, was wir machen“

Erich Sidler bringt es auf den Punkt: „Die Zielvereinbarungen unterstützen genau das, was wir machen.“ Der DT-Intendant verweist auf ein tatkräftiges Kinder- und Jugendtheater, auf die Kooperation mit Schulen und dem Jungen Theater, auf die theaterpädagogische Begleitung der großen Produktionen, auf Busshuttledienste für ältere Menschen in Zusammenarbeit mit dem GSO und den Händelfestspielen.

Bei der Kooperation mit anderen Kulturschaffenden sieht Sidler „das DT schon jetzt sehr gut aufgestellt. Es gibt etwa 25 Institutionen mit denen wir mehr oder minder intensiv zusammenarbeiten.“

Um Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund als dem europäischen ins Theater zu locken, will Sidler sich mit seinem Team vor allem um die jungen Menschen bemühen, die hier zur Schule gehen. Es gehe darum zu verstehen, wie jemand anders fühlt, um die unterschiedlichen Bedeutungen beispielsweise von Beleidigung, Stolz oder dem Tragen eines Kopftuches zu erfahren. Erwachsene mit anderer Sprache seien, so Sidler, „sehr weit weg“ vom Theater.

Bevorzugte Bewerber

Planungssicherheit bis 2018? Klasse! Sogar mehr Förderung? Toll! Tarifsteigerungen werden vom Land und den kommunalen Trägern gezahlt?

Für das Deutsche Theater (DT) und das Göttinger Symphonie-Orchester (GSO) segensreich. Die Gegenleistungen dafür? Nicht der Rede wert. Es gibt diese Stellen, die ausgeschrieben werden, weil sie ausgeschrieben werden müssen. Dabei sind sie eigentlich längst vergeben, und das Stellenangebot ist auf den bevorzugten Bewerber zugeschnitten.

Ähnlich verhält sich das wohl mit diesen Zielvereinbarungen, den Gegenleistungen also, die DT und GSO für den Geldsegen erbringen müssen. Das Land verlangt nichts Unmögliches. Es verlangt nur Maßnahmen, die DT und GSO eh schon auf der Agenda haben, das meiste bereits abgearbeitet. Viel überlegen mussten die handelnden Akteure vor ihrer Unterschrift unter den Vertrag wohl nicht.

DT-Intendant Erich Sidler hat es auf den Punkt gebracht: „Die Zielvereinbarungen unterstützen genau das, was wir machen.“ Ein bisschen mehr Herausforderung  wäre zumindest sportlich gewesen.

Peter Krüger-Lenz

Peter Krüger-Lenz

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