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Zwei Neuerscheinungen von Wolfgang Eschker

Übersetzer und Aphoristiker Zwei Neuerscheinungen von Wolfgang Eschker

Eigentlich habe er nur die Sprache lernen wollen, sagt Wolfgang Eschker, damals als junger Slawistik-Student Anfang der 60er-Jahre in Göttingen. Ein Dozent hatte ihm „Ich bitte um Erbarmen“ von Desanka Maksimović empfohlen, weil Eschker Literatur zum Übersetzen suchte.

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Der junge Wolfgang Eschker mit der serbischen Schriftstellerin Desanka Maksimović.          

Quelle: r

Bovenden. Das Buch war gerade erschienen. Die serbische Nationaldichterin hatte sich in dem Lyrikband mit Stefan Dušan dem Großen (um 1308-1355) und seinem Gesetzbuch auseinandergesetzt, dem wichtigsten Gesetzbuch im mittelalterlichen Serbien. Dušan herrschte in Serbien von 1331 – 1346 als König sowie von 1346 – 1355 als Zar.

Bis in die Gegenwart

Unter seiner Herrschaft erlebte der serbische Staat seine Blütezeit. Maksimović’ Lyrikband „ist die Auseinandersetzung zwischen dem, der sich be­rechtigt glaubt, eine Position über Menschen und Dingen einzunehmen und demjenigen, der sich mit ihnen eins weiß und unermüdlich für sie eintritt – eine Auseinandersetzung, die Jahrhunderte alt ist und bis in die Gegenwart andauert“, schreibt der Verlag dazu.

Desanka Maksimović: Ich bitte um Erbarmen

Desanka Maksimović: Ich bitte um Erbarmen, aus dem Serbischen übersetzt von Wolfgang Eschker, Leipziger Literaturverlag, 164 Seiten, 16,95 Euro.

Er habe das Buch übersetzt, ohne an eine Veröffentlichung zu denken, sagt der 74-jährige Eschker heute. Aber er lernte Maksimović 1964 kennen. 66 Jahre war sie alt „und hoch berühmt“, sagt Eschker, der sich gern an die Zugewandtheit der Schriftstellerin erinnert.

1988 veröffentlichte Eschker eine erste Übersetzung, im vergangenen Jahr erschien dann eine komplett überarbeitete Fassung im Leipziger Literaturverlag.

Wolfgang Eschker: Blitze und Blitzableiter

Wolfgang Eschker: Blitze und Blitzableiter, Leipziger Literaturverlag, 86 Seiten, 12,95 Euro.

Doch Eschker ist nicht nur Übersetzer, er schreibt auch Gedichte, Romane, Kurzprosa – und Aphorismen. Gerade ist sein Buch „Blitze und Blitzableiter“ erschienen, in dem er sich auf den großen Denker Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) bezieht.

Das zeigt schon der Umschlag des Bändchens, der einen in einem Brief von Lichtenberg entworfenen „idealen Wetterschutz“ zeigt, einen Blitzableiter, den der umtriebige Göttinger Professor erfand. Eschkers Aphorismen sind klug, bisweilen altersweise, oft sehr zeitgemäß und vor allem unterhaltsam.

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