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„Zwei Streifen und ein Brunnenrand“ in der Galerie Alte Feuerwache

Stück im Stück „Zwei Streifen und ein Brunnenrand“ in der Galerie Alte Feuerwache

„Was ich jetzt thu, das kommt über mich allein.‘ Hört sich nach Drama an“, sagt Constantin, gespielt von Fabio Rocchio. Eigentlich handelt es sich sogar um ein doppeltes Drama.

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Reden über Schwangersein und Mutterwerden: Nele (Katharina Kellin) und Marie (Chawwah Grünberg) (von links).

Quelle: Heise

Göttingen. Die Theaterwerkstatt Göttingen hat mit ihrem Stück „Zwei Streifen und ein Brunnenrand“ ein Werk aus dem 19. Jahrhundert verarbeitet und ihm einen Bezug zur Gegenwart gegeben. Mit Christian Friedrich Hebbels „Maria Magdalena“ gibt es „ein Stück im Stück“, erklärt Theaterpädagogin Petra Bensaid – ein Drama im Drama für Jugendliche ab 13 Jahren.

Startet das Schauspiel noch mit zwei getrennten Handlungszweigen, verflechten sie sich zusehends. Constantin und Nele, gespielt von Katharina Kellin, sollen für die Schule ein Stück erarbeiten. Sie entscheiden sich für „Maria Magdalena“ und recherchieren, kürzen und proben. Auf der anderen Seite Marie, gespielt von Chawwah Grünberg. Eine 15-Jährige aus einer polnisch-katholischen Familie, die ungewollt schwanger wurde. Hin- und hergerissen zwischen Abtreibung und Kindeswunsch, sucht sie Hilfe im Internet und findet Nele.

Ein einigermaßen überraschender Schluss

Schön, wie die Schauspieler in Aktion mit dem Bühnenbild – zwei großen, drehbaren und spitz zulaufenden Dreiecken – sowohl fortlaufende Zeit als auch räumliche Trennung darstellen. Den Gegenwartsbezug zu Hebbels Werk verdeutlichen sie mit den sich überschneidenden Geschichten – so wurde unter anderem auch Hebbels Protagonistin Klara ungewollt schwanger und das von einem Mann, den sie gar nicht liebte.

Schade, dass das Stück unter der Regie von Dorothea Derben Längen hat. Ein Handlungsstrang wird fortgesetzt, während der andere in den Vordergrund rückt. Bei der Nähe, die das Publikum in der Alten Feuerwache zur Bühne hat, lenkt es ab, wenn zum Beispiel Constantin am Schulstück tüftelt, während Nele und Marie via Internet das Schwangerschaftsproblem diskutieren.

Das wiederum ist gut umgesetzt. So erscheint das digitale Gespräch auf einer Leinwand. Ein einigermaßen überraschender Schluss und eine gut aufspielende Grünberg lassen „Zwei Steifen und ein Brunnenrand“ rund erscheinen.

Von Friedrich Schmidt

Weitere Vorstellungen: 1. Oktober um 19.30 Uhr, 23. November um 17 Uhr sowie 24. November um 10 Uhr in der Galerie Alte Feuerwache, Ritterplan 4.“
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