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Zweite KlubKultura in neun verschiedenen Clubs

Kleines, feines Stadtfestival in Göttingen Zweite KlubKultura in neun verschiedenen Clubs

Die KlubKultura hat zum zweiten Mal lokale, regionale und überregionale Künstler auf den Bühnen unterschiedlicher Locations Göttingens an einem Abend präsentiert. Mit einem einmaligen Eintritt erhielten die zahlreichen Besucher Zugang zu allen Klubs und Veranstaltungen.

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Die "The Low Flying Ducks" spielen im Apex.

Quelle: Heller

Göttingen. Während im Exil noch mit krachenden Klängen vom Soundcheck die Vorbereitungen laufen, hat sich vor dem Vinyl Reservat schon eine Traube von Besuchern gebildet. Dort tritt zu einem der ersten Gigs des Abends die Göttinger Singer-Songwriterin Jessica Szturmann auf. Sie singt eigene, brüchige Songs zur Gitarre. Ein Konzert mit Wohnzimmeratmosphäre.

Gleich um die Ecke im Börner-Viertel vorm Dots herrscht schon früh am Abend ausgelassene Stimmung. Die fünfköpfige Göttinger Band Tr[y]kka spielt auf der Hofbühne akustisch zum Tanz auf. Ihre druckvollen, folkloristischen Songs mit gesellschaftskritischen Texten zaubern eine Atmosphäre wie bei einer Anti-Atomkraft Veranstaltung in den Innenhof.

Klub Kultura

Die KlubKultura hat sich in einer Art kleinem Stadtfestival zum Ziel gesetzt, lokale, regionale und überregionale Künstler an einem Abend zu präsentieren und dabei Besucher jeder Altersstruktur zu erreichen. Die Besucher bezahlen einmalig Eintritt und erhalten dann ein Bändchen als Eintrittskarte für alle Veranstaltungen. Später am Abend folgen noch Aftershow-Partys in mehreren der beteiligten Clubs, die zugleich Ausrichter der KlubKultura sind. 20 Bands in neun Clubs waren in diesem Jahr angekündigt. Etwa 900 Besucher kamen in die beteiligten Clubs; Apex, Déjà Vu, Dots, EXIL, Freihafen, Heartbeat, Nörgelbuff, Tangente und Vinyl Reservat. lin

Überall in der Stadt sieht man kleine Gruppen, die mit Hilfe des KlubKultura-Flyers das nächste Konzert ansteuern. Teils lassen sie sich einfach überraschen, manche haben sich aber auch übers Internet vorweg über die Gruppen informiert und danach ihre Auswahl getroffen.

„Chansonnier des Ruhrgebiets“ Tom Liwa

Im Keller des Nörgelbuffs singt der Duisburger „Chansonnier des Ruhrgebiets“ Tom Liwa, Gründer der deutschen Band „Flowerpornoes“, skurrile Texte zu sparsamen Akkorden auf seiner akustischen Gitarre. Zwischendurch schaut er immer mal auf sein altes Handy. Ein Freund hält ihn über das Relegationsspiel Würzburg gegen Duisburg auf dem Laufenden. Aber Rock'n'Roll sei stärker als Fußball kommentiert Liwa mit launig, humorigem und eindeutig im Ruhrgebiet geprägtem Charme.

Im Börnerviertel hat inzwischen Ex-Fenster-Mitglied Rémi Letournelle mit seiner Band „Slow Steve“ die Bühne erklommen. Mit dunkler Stimme zu locker fließenden Beats und groovigen Electronic Sounds im Vintagegewand schafft das Quartett den idealen Soundtrack zu dem lauen Sommerabend.

Tanzbaren Rhythm´n Blues

Absoluter Ausnahmezustand herrscht im brechend vollen Apex zum Auftritt von „The Low Flying Ducks“. Die fünfköpfige Band um den charismatischen Sänger, Gitarrist und Womanizer Neil Mazur spielt tanzbaren Rhythm´n Blues moderner Prägung. Robert Johnsons alter Klassiker „Rollin´and Tumblin´“ wird in ihrer Version mal eben zu „Ravin´and Tumblin“ und das Publikum geht begeistert mit.

Zu späterer Stunde sieht man dann überall in der Stadt noch plaudernde Besucher auf den Bürgersteigen vor den Clubs sitzen und es wird diskutiert, welche der  Aftershow-Partys zum Abschluss angesteuert werden soll. The Show must go on!

Von Jörg Linnhoff

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