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Zwölfte Göttinger Gitarrennacht widmet sich der akustischen Gitarre

Star aus Belgien Zwölfte Göttinger Gitarrennacht widmet sich der akustischen Gitarre

Als Peter Funk und Herbert Wegener im Jahr 2003 ihre erste Gitarrennacht im Alten Rathaus organisierten, ahnten sie nicht, dass es eine zweite geben würde. Das erzählt Funk während der diesjährigen Gitarren­nacht. Es war die zwölfte, und auch sie widmete sich der akustischen Gitarre.

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Mit sportlicher Note: Stefan Grasse.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Star des Abends war diesmal der Belgier Jacques Stotzem. 13 CDs hat er bereits veröffentlicht und war mit dem 2009 veröffentlichten Album „Catch the Spirit“ 43 Wochen lang in den belgischen Charts – ausgesprochen ungewöhnlich für einen Akustik-Gitarristen. Er höre sehr gerne rockige E-Gitarren, spiele aber lieber die akustische Variante, erzählte er und hat aus seiner Not eine Tugend gemacht. Auf „Catch the Spirit“ spielt Stotzem ungewöhnliche Arrangements von Rockklassikern. Einige davon präsentierte er auch im nahezu ausverkauften Alten Rathaus.

Stotzem ist der einzige, der an diesem Abend im Stehen spielt. Das mag dem Genre Rock geschuldet sein, hat aber vielleicht auch etwas mit dem Temperament des Musikers zu tun, der abseits der Bühne so gar nicht wie ein Rockstar wirkt. Stotzem spielt sehr dynamisch und bemerkenswert präzise. Kein Ton verrutscht, keine Saite schnarrt.    Dabei hat Stotzem tatsächlich sehr aufwendige Arrangements geschrieben, mit denen er „den Spirit“ der Stücke findet, wie er selbst es ausdrückt.

Neben den Rocknummern wie „With or Without You“ von U2 oder „Hey Joe“, das Jimmi Hendrix zwar nicht schrieb, aber bekannt machte, spielt Stotzem auch ein romantisches Stück für seine kleine Heimatstadt im französischsprachigen Teil Belgiens und „die einzige Filmmusik, die ich geschrieben habe, die einzige ohne Film“, wie er launig erzählt.

Sehr entspannt und anekdotenreich

Überhaupt präsentiert sich der Belgier sehr entspannt und anekdotenreich. Ein Auftritt, für den er am Ende tosenden Applaus erhält.
Der in Nürnberg lebende Stefan Grasse hatte den Abend eröffnet. Er präsentierte einen „Kulturaustausch zwischen den Kontinenten, wobei er sich musikalisch vor allem in spanisch- und portugiesischsprachigen Ländern tummelte.

Brasilianisch leicht interpretierte er Baden Powell, und eine aus einem Boot wachsende Palme an einem Strand bei Rio de Janeiro habe ihn zu einem Bossa Nova inspiriert, sagt Grasse, der auch feurigen Flamenco spielte. Einen Samba habe er für ein Benefiz­album für eine Favela geschrieben, erklärte der Musiker. Grasse geht oft an die Grenzen des fingertechnisch Machbaren. Das gibt dem Ganzen bisweilen eine eher sportliche Note.

Den Mittelteil bestritten auch in diesem Jahr die Lokalmatadoren Funke und Wegener. Sie hatten aus ihrem umfangreichen Repertoire ein Programm zusammengestellt, das bot, was man von ihnen kennt: viel Hawaiianisches, Blues vom Mississippi, Tanzmusik der Cowboys, Historisches von Billie Holiday, sehr munter und lebendig dargeboten. Alles in allem ein runder Abend mit Glanzlichtern.

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