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Munterer Schlagabtausch

Highway to Hellas als Musical Munterer Schlagabtausch

Die Komödie „Highway to Hellas“ spielt lustvoll mit den Klischees über Deutsche und Griechen. Als Musical hatte der Stoff am Freitagabend Uraufführung auf den Gandersheimer Domfestspielen.

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Quelle: r

Bad Gandersheim. Die Deutschen sind steif und viel zu diszipliniert, die Griechen sind leichtsinnig und sie geben unser Geld aus. Gegenseitige Vorurteile gibt es genug, durch die finanzielle Krise wurde der Ton 2014 unangenehm scharf. Die beiden Autoren, Kabarettisten und bekennenden Griechenland-Liebhaber, Arnd Schimkat und Moses Wolff, animierte die Hetzte der Boulevardpresse gegen die Griechen zu ihrem Roman „Highway to Hellas“. Für Verständnis zwischen den Kulturen, Menschlichkeit und Lebensfreude wollten sie damit werben. Die Idee hatte Erfolg, nach dem Buch folgte schnell die Verfilmung des Stoffes mit Christoph Maria Herbst. Und nun das Musical bei den Gandersheimer Domfestspielen, das die beiden Autoren zusammen mit Komponist Heiko Lippmann und Intendant Christian Doll entwickelten. Inszeniert hat die Gandersheimer Aufführung Achim Lenz.Jörg Geissner (Dirk Weiler) soll im Auftrag seiner Bank auf der griechischen Insel Paladiki die Sicherheiten für einen Kredit überprüfen: eine Krankenstation und ein E-Werk. Beides gibt es auf der Insel gar nicht und das müssen Bürgermeister Spyros (Udo Eickelmann) und die Inselbewohner nun vor Geissner verbergen. Mit allen Mitteln versuchen sie ihn davon abzuhalten, nach den beiden Bauwerken zu suchen. Vorgeschickt wird dabei Panos (Ron Holzschuh), der Frauenheld und Minimarktbesitzer.Munter bedient das Stück alle Klischees über Griechen und Deutsche wie es sich für eine Culture-Clash-Komödie gehört. In diesem etwas vorhersehbaren Schlagabtausch gelingen manchmal auch schöne Überspitzungen etwa wenn die Griechen den Deutschen mit einem Eselskarren ausgestattet mit Navi über die Insel schicken. Zum Schluss gibt es natürlich ein Happy End. Allerdings geht der Inszenierung dabei etwas die Luft aus: die Läuterung der Beteiligten erfolgt arg schnell.Holzschuh gibt souverän einen umtriebigen, charmanten Panos, Weiler überzeugt als verklemmter, einsamer Bänker, Fehmi Göklu darf in verschiedenen Rollen sein komödiantisches Talent beweisen. Musikalisch ist „Highway to Hellas" solide. Einige schöne eingängige Melodien bietet das Musical, das Ensemble agiert im Chor und vor allem bei den Tanzeinlagen überzeugend. Solide sind die Männerstimmen besetzt. Schade, dass Tabea Scholz als Hotelbesitzerin Maria und Susanna Panzer als Eleni nicht mehr Gesangseinlagen haben. Ihre ausdrucksstarken Stimmen, ihre Sicherheit heben sich an diesem Abend besonders ab.Ein schwungvolle Inszenierung mit kleinen Schwächen, die einen unterhaltsamen Abend vor der schönen Kulisse des Doms garantiert. Das Publikum spendet begeisterten Applaus. Nächste Vorstellungen: Mittwoch, 15. Juni, und Freitag, 17. Juni, jeweils um 20 Uhr. 

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