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Rudi Hurzlmeier erhält im Deutschen Theater den Satirepreis „Göttinger Elch“

Küsse auf Kuba Rudi Hurzlmeier erhält im Deutschen Theater den Satirepreis „Göttinger Elch“

Der Maler, Zeichner und Cartoonist Rudi Hurzlmeier, Jahrgang 1952, ist am Sonntag im ausverkauften Deutschen Theater mit dem Satirepreis „Göttinger Elch“ ausgezeichnet worden. Der Preis wird jährlich für ein satirisches Lebenswerk vergeben, die diesjährige Verleihung war die 18. Volle 20 Elche zählt das Rudel jetzt, denn mit den Biermösl Blosn wurde 2008 ein Trio geehrt.

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Ein Mann im Rampenlicht: Rudi Hurzlmeier verfolgt mit Sonnenbrille die Elchpreis-Gala im Deutschen Theater.

Quelle: Heller

Göttingen. Die Jury hatte ihre Entscheidung für Hurzlmeier folgendermaßen begründet: „Wenn er einen bösen Witz macht, ist tief empfundene Philosophie nicht weit und umgekehrt. Seine Fabulierkunst sprengt zuverlässig alle Grenzen.“

Eine Pyramide aus 99 Dosen „Original Göttinger Elchrahmsüppchen“ stand in der einen Ecke der DT-Bühne, in der anderen Hurzlmeier, einen Sack mit 3333,33 Euro im Arm. Dazu die gerahmte Urkunde. Mit all dem ist der Preis dotiert. Gerade hatte Moderator Lars Wätzold jubiliert: „Wir haben einen neuen Elch.“

Doch Hurzlmeier nestelte an einer Schatulle und wollte schnell an deren Inhalt – die silberne Elchbrosche, die ebenfalls zum Preis gehört, zeichnet die Elche aus. Das sollte jeder an seinem Jackenrevers sehen, denn „das ist der tollste Club, in dem ich jemals sein wollte“, erklärte Hurzlmeier.

Von seinen Vorgängern waren Ehrenelchin Anna Poth, Ehefrau des Erst-elchs Chlodwig Poth, F.W. Bernstein, Michael Sowa und Georg Schramm zur Verleihung gekommen.

Gute Sitte ist das Grußwort des Elchpreisträgers aus dem Vorjahr. Georg Schramm war 2014 in den illustren Kreis aufgenommen worden. Als Lothar Dombrowski, seiner kabarettistischen Figur, kam er auf die Bühne. „Warum erst jetzt?“, kommentierte er die Verelchung Hurzlmeiers und hob hervor, dass der sich immerhin noch einer akzeptablen Gesundheit erfreue.

Rudi Hurzlmeier erhält im Deutschen Theater den Satirepreis „Göttinger Elch“. © Heller

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Hurzlmeiers Witz schätze er als „böse“ – „Wir lachen hier über eine Tragödie“ – und schrieb ihm eine „merkwürdige Form von Zuneigung und Herzenswärme“ zu, Kennzeichen aller großer Satiriker. Und weiter: „Er malt Balsam auf die Wunden, die das Leben schlägt.

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) bekannte, dass Hurzlmeier-Werke ihn nachdenklich stimmten, stutzen und schmunzeln ließen. Als „Meister der gemalten Lachsalve“ würdigte Sparkassen-Vertreter Michael Rappe den Preisträger.

Die Laudatio hielt Thomas Gsella, als ehemaliger Chefredakteur der Zeitschrift Titanic und weit darüber hinaus Weggefährte von Hurzlmeier, der seit 1985 ständiger Mitarbeiter der Satirezeitschrift ist. In seiner sehr spritzigen Rede bescheinigte er Hurzlmeier „Omnitalent mit einer Ausnahme“ – „Autos kann er nicht und hat auch keine“.

Hurzlmeier sei „kein Angeber, sondern ein Hergeber und Ausgeber“. Erfahren habe er das auf einer Titanic-Leserreise mit Hurzlmeier nach Kuba. Mehr noch: Seit der Fahrt wisse er: Hurzlmeier „küsst wie die sprichwörtliche gesengte Sau“. Seine Bilder nannte Gsella prall und verschwenderisch und bescheinigte dem Urheber „Empathie, Beobachtungsgabe – und Faulheit“.

In einer abschließenden Spaßrunde präsentierte der Jungelch schließlich gemeinsam mit seinen Kollegen Elias Hauck, Dominik Bauer und Marcus Weimer alias Rattelschneck Cartoons aus dem Buch „Hier lacht der Betrachter“; fast schon familiär, urkomisch und intelligent.

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