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Festlicher Auftakt der Göttinger Händel-Festspiele

Ghislieri Choir & Consort in Einbeck Festlicher Auftakt der Göttinger Händel-Festspiele

Ein festlicher Einstieg in die Internationalen Händel-Festspiele 2015: Die italienischen Senkrechtstarter des Ghislieri Choir & Consort haben mit der spanischen Sopranistin María Espada ein Konzert mit barocken Marienkompositionen gegeben. Eindrucksvolle Kulisse für diesen musikalisch hervorragenden und mit „Maria!“ überschriebenen Abend war die vollbesetzte St.-Alexandri-Kirche in Einbeck.

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Die St.-Alexandri-Kirche bietet akustisch und optisch den passenden Rahmen für ein gelungenes Konzert.

Quelle: Kondziella

Einbeck. Giulio Prandi führt ein Ensemble von außergewöhnlicher Ausdruckskraft, das am renommierten Collegio Ghislieri in Pavia angesiedelt ist: Schon im Eingangschor von Francesco Durantes Magnificat tat sich der Chor, der mit Marta Fumagalli (Alt), Luca Cervoni (Tenor) und Marco Bussi (Bass) auch drei Solisten stellte, durch seine große Reinheit im Stimmklang hervor. Ein kristalliner Klang ohne scharfe Kanten, der bei aller Präzision auch die Wärme im Ausdruck zu keiner Zeit vermissen ließ.

Premiere der Oper Agrippina im Deutschen Theater Göttingen überzeugt. © Theodoro da Silva

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An Durantes Magnificat schloss sich Georg Friedrich Händels „Donna, che in ciel di tanta luce splendi“ an. In der Marienkantate, die Händel während seiner so schaffensprägenden Italienreise komponierte, wird Maria gedankt für die Verschonung Roms vor einem Erdbeben. Ganz davon abgesehen, dass ein Protestant hier eine große Marienkantate geschrieben hat, gibt es auch musikalisch viel zu entdecken: Nämlich jene äußerst intensive Umsetzung menschlicher Gefühle in Komposition und Form, die Händel in seiner Londoner Zeit so berühmt machte. Nach einer lebhaften dialogischen Eröffnung zwischen Violine und Consort strahlte María Espadas Sopran schon in der ersten Arie. Aber das eigentliche Glanzlicht des Werks ist in seinen leisen Tönen zu suchen: Die lyrisch-zarte Arie „Tu sei bella serena stella“ ist der dramaturgische Angelpunkt der gesamten Kantate, und in  St. Alexandri zeigte sich genau hier, dass Solistin und Musiker auch fragile musikalische Formen wie aus Glas erzeugen können. Um diesen sehr intimen Konzertmoment herum setzte Händel symmetrisch ausdrucksstarke Rezitative und Arien, die durch viel Feuer willkommene Gegensätze liefern. Überdacht wird diese Form mit einer Arie samt Schlusschor, die dem Publikum alle musikalischen Qualitäten des Ghislieri Choir & Consort noch einmal eindrucksvoll darboten.

Nach der Pause gab es ein Rezitativ und eine Arie Händels sowie Emanuele d’Astorgas Stabat Mater zu hören. Auch hier war die musikalische Umsetzung tadellos. Das Publikum dankte zu Recht mit begeistertem Applaus.
Das Konzert wurde von NDR Kultur aufgezeichnet und wird am 31. Mai um 22 Uhr ausgestrahlt.

Von Jonas Rohde

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