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Göttinger Barockensemble spielt Sonaten von Jacquet de La Guerre

Fließende Linien Göttinger Barockensemble spielt Sonaten von Jacquet de La Guerre

Barocke Musik in einer barocken Kirche – und mit Élisabeth Jacquet de La Guerre gab es eine echte Heldin der Musikgeschichte in aller Ausführlichkeit zu hören: Das Konzert des Göttinger Barockensembles in der Groner St.-Petri-Kirche hat sich perfekt in das diesjährige Motto „Heldinnen!?“ eingefügt. Das hatte das Publikum vier Musikern zu verdanken, die ausgesprochen gut miteinander harmonierten.

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Gut aufeinander abgestimmt: das Göttinger Barockensemble.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Denn nur bei Solisten, die technisch versiert und obendrein gut aufeinander eingestimmt sind, kommt es bei de La Guerres Triosonaten zum wunderschönen Effekt, dass die melodischen Linien der beiden Violinen ineinanderfließen, sodass man nicht weiß, wann die eine anfängt und die andere aufhört. Dieser Effekt ist Hans-Henning Vater und Catherine Aglibut bei den drei ersten Sonaten de La Guerres auf das Schönste gelungen. Bei einer Triosonate erklingen zwei gleichberechtigte Stimmen über einen Generalbass, der meist vom Cembalo übernommen wird.

 
Das Konzert in der Reihe Festspielorchester im Fokus, bei der Mitglieder und Freunde des Festspielorchesters musizieren, war mit „La première musicienne du monde“ – „Die erste Musikerin der Welt“ überschrieben. Das Zitat aus der Zeitschrift „Mercure Galant“ ist näher an der Wahrheit, als es die Übertreibung vermuten lässt. De La Guerre (1665-1729) war schon zu Lebzeiten ein gefeiertes Genie und die erste französische Musikerin, die eine Oper geschrieben hat.
Ihre Kompositionssprache ist äußerst reich: Sie enthält die Eleganz ihrer Heimat Frankreich ebenso wie kühne Harmoniefolgen des italienischen Stils. Und auch die haben Rahel Bader am Violoncello und Sabine Erdmann am Cembalo mit traumtänzerischer Sicherheit zum Klingen gebracht. Erdmann glänzte obendrein mit einer temperamentvoll-perkussiven Interpretation von de La Guerres Suite Nr. 3 für Cembalo solo, für das die Komponistin ein reichhaltiges Repertoire hinterlassen hat – eine Besonderheit für ihre Zeit. Auch zwei Werke von Francois Couperin und Georg Philipp Telemann waren zu hören, ebenfalls makellos in der Ausführung. Die Heldin des Abends war aber zweifellos de La Guerre, deren Sonaten und Suite vom Göttinger Barockensemble hervorragend interpretiert worden sind. jro

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