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Hille Perl und Lee Santana spielen im Rittersaal des Göttinger Welfenschlosses

Arien auf der Gambe Hille Perl und Lee Santana spielen im Rittersaal des Göttinger Welfenschlosses

Dass sich Händels Vokalmusik auch durchaus für den instrumentalen Vortrag eignet, haben die Gambistin Hille Perl und der Lautenist Lee Santana im Herzberger Welfenschloss gezeigt. Im gut besuchten Rittersaal spielten sie mit „La bianca Rosa“ und „Col partir la bella Clori“ unter anderem zwei Arien, die normalerweise in Kantaten erklingen.

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Quelle: EF

Herzberg. Was heute besonders klingt, war früher normal, wie Perl dem Publikum erklärte: Wenn etwa an Sonntagen keine Opern gespielt werden durften, hat man die Lieblingsarien einfach auf der Laute oder Gambe instrumentiert. Insbesondere bei „Col partir la bella Clori“ funktionierte das bei Perl und Santana hervorragend. Die lyrische Melodie interpretierte Perl feinsinnig, Santana lieferte dazu eine stimmige Begleitung aus gebrochenen Akkordtönen und Bassstimme auf der Theorbe, einer Langhalslaute. Santanas Ankündigung, die Arie sei „das perfekte Gambenlied“, war nicht zu viel versprochen.

Beide Musiker arbeiten bereits seit 1984 zusammen, sind was Einspielungen und Konzerte angeht äußerst aktiv und haben unter anderem mit dem Lautenisten Steve Player das hervorragende Trio „Los Otros“ gegründet. Ein wenig schade war, dass Perls Tongebung an diesem Tag stellenweise ungenau war, was insbesondere im letzten Tanzsatz von Conrad Hoefflers Suite Nr. 5 zu Dissonanzen führte. Grundsätzlich war das Zusammenspiel der beiden Musiker aber harmonisch. Das zeigte sich besonders eindrucksvoll bei Jean Schenks Sonata Nr. 4, die den Abschluss des Konzerts bildete. Die aus acht kurzen Sätzen bestehende Sonate wurde eigens für die Gambe geschrieben und reizt Tonumfang und Intonationsmöglichkeiten des Instruments voll aus – hier konnte Perl auch wieder zeigen, was in ihr steckt.

Von Jonas Rohde

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