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„Diesmal wird das Kind nicht abgegeben“

Händel-Festspiele 2016 in Göttingen „Diesmal wird das Kind nicht abgegeben“

„Hier sind wir wieder“, hat Sigrid T’Hooft gedacht, als sie am Donnerstag in Göttingen angekommen ist. Die Expertin für historisches Musiktheater war am Freitag im Deutschen Theater für die Bauprobe des Bühnenbildes von „Imeneo“. T’Hooft hat die Regie der Oper der Händel-Festspiele 2016.

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Sigrid T’Hooft bringt im Deutschen Theater die Oper Imeneo auf die Bühne.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Die Belgierin hat sich vorgenommen, von den Händel-Festspielen 2016 mehr mitzubekommen als im Jahr 2012. Vor vier Jahren inszenierte sie Amadigi di Gaula, nun bringt sie Imeneo im Deutschen Theater auf die Bühne. Und diesmal „wird das Kind nach der Premiere nicht abgegeben“, lautet die Devise von  T’Hooft. Sie will bis zur Derniere in Göttingen bleiben, in diesem Jahr viel vom Programm miterleben. Ihr Wissen über historische Aufführungspraxis will sie für die Familienfassung mit Juri Tetzlaff und für die Kameraführung bei der Übertragung der Oper in die Lokhalle einbringen. Und sie freut sich auf etwas Neues: Die Vorstellung von Imeneo bei der  Kinder-Uni. „Das habe ich noch nie gemacht. Aber ich habe schon Ideen, welche Arien für Kinder toll sind“, sagt sie zur Familienfassung.

 
Die Regisseurin aus Gent hat Musikwissenschaften und Tanz studiert. In einer musikwissenschaftlichen Arbeit ging es um die Tanzmusik des 16. Jahrhunderts und die Körpersprache für diese Musik. Seitdem hat sich T’Hooft auf historische Aufführungen konzentriert, seit 15 Jahren ist sie als freie Regisseurin tätig. Vor allem in Deutschland, Skandinavien und Ungarn hat sie Engagements für die Inszenierung von Musikstücken, die bis Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden sind.

 
„Ich inszeniere wie das Orchester spielt: historisch“, stellt T’Hooft klar. Dabei sei es gar nicht so, dass es keine Freiheiten gebe: „Man muss es nicht als geschichtlichen Museumsakt machen.“  Händels im Jahr 1740 uraufgeführte „Operetta“  Imeneo dreht sich nicht nur um Intrigen. So hat sich T‘Hooft mit einem Problem zur Zeit von Händel beschäftigt: Der Piraterie. Um die geht es, weil Imeneo die von Piraten entführten Frauen Rosmene und Clomiri befreit.
Im Bühnenbild wird das ägäische Meer zu sehen sein. „Imeneo ist eine der ganz wenigen Opern, die immer im Deliziosa, im Naturbildgarten,  bleibt. Sie spielt ganz nah am Strand“, erklärt die Regisseurin. Für die Entwicklung der Inszenierung habe sie sich von der Malerei der Zeit um 1740 inspirieren lassen für die Farben, die Kostüme, die Art der Haltung. Da es kaum Darstellungen oder Aufzeichnungen von Händel-Opern im 18. Jahrhundert gibt, verschafft sich T’Hooft über andere Quellen aus der Zeit ihr Wissen über die Stilformen und Ausstattung.

 
In Göttingen wird sie auf ein sehr typisches technisches Mittel setzen: Kerzenlicht. „Weil man anders guckt, hört man auch anders“, lautet die Überzeugung der Regisseurin hinsichtlich des historisch korrekten Beleuchtungsmittels. Diese Beleuchtung führe dazu, dass „der Darsteller das Licht suchen muss, es folgt ihm nicht wie bei  modernen  Lichtanlagen.“  Viele Kronleuchter will sie einsetzen, aber auch etliche Metallbüchsen mit flüssigem Paraffin. Das bedeutet für die Vorstellungen höhere Sicherheitsvorkehrungen, aber für die Zuschauer wird es ein besonderes Erlebnis werden. T’Hooft ist überzeugt: „Hier ist es ideal, weil das Deutsche Theater eine sehr angenehme Dimension hat für Kerzenlicht“.

Aus dem Programm

Festspieleröffnung mit Susanna (HWV 66) : Oratorium von Georg Friedrich Händel am Donnerstag, 5. Mai, um 19 Uhr in der Stadthalle Göttingen.
Die Premiere der Oper „Imeneo“ ist am Freitag, 6. Mai, um 18 Uhr im Deutschen Theater. Sie wird live von NDR Kultur übertragen. Weitere Aufführungen von Imeneo im Deutschen Theater in Göttingen am 10. Mai um 15 Uhr, am 12. Mai um 19 Uhr, am 13 Mai um 19 Uhr, am 14. Mai um 14.30 Uhr, am 16. Mai um 16 Uhr.
Internationaler Händel-Brunch am Freitag, 6. Mai, um 12 Uhr im Deutschen Theater Göttingen, DT-X
Berenice Oper konzertant. Sonnabend,  7. Mai, um 18 Uhr, Stadthalle Göttingen
Giuliano Carmignola . Sonntag, 8. Mai, um 11 Uhr, Aula der Universität
Opern-Café mit Anna Dennis und James Laing am Sonntag, 8. Mai, um 15.30 Uhr im Kurhaus Bad-Lauterberg.
Johann Joachim Quantz -Konzert mit Bettina Bormuth, Natalie Kundirenko und dem Göttinger Symphonie Orchester am Sonntag, 8. Mai, um 16.30 Uhr in der Markus-Kirche Scheden.
Lesung , Wein und Musik am Montag, 9. Mai, und Mittwoch, 11. Mai, um 18 Uhr n Bremers Weinkellerei am Wall.
Haymarket , 1713: Händel und Haym in London am Montag, 9. Mai, um 19.30 Uhr  im Ursulinenkloster Duderstadt.
Spark – die klassische Band. Dienstag, 10. Mai, um 19.30 Uhr, KWS SAAT SE, Einbeck.
Was für ein Wahnsinn! Kinder-Uni   am Mittwoch, 11. Mai, um 17 Uhr in der Universität Göttingen, Zentrales Hörsaalgebäude, Hörsaal 010.
Public Viewing – Imeneo für alle! Live Moderation und Opernausstrahlung.  Mittwoch, 11. Mai,  19 Uhr, Lokhalle Göttingen – Eintritt frei!
Festspiel-Quartett Göttingen am Mittwoch, 11. Mai, um 19.30 Uhr im Muthaus, Burg Hardeg, Hardegsen
„Musica Alta Ripa“ . Donnerstag, 12. Mai, um 20 Uhr, Hardenberg Atrium, Nörten-Hardenberg.
Festvortrag „Rom um 1700“ von Prof. Dr. Dietrich Erben (München) am Freitag, 13. Mai, um 15 Uhr in der Aula der Universität, Wilhelmsplatz 1 
Preisträgerkonzert der „Göttinger Reihe Historischer Musik“  am Freitag,  13. Mai, um 19 Uhr im Landhaus Biewald, Friedland.
Sunrise! Lautenmusik von Alon Sariel zum Sonnenaufgang am Sonnabend,  14. Mai, um 5 Uhr im Restaurant Graf Isang , Seeburg.
Messiah :  Oratorium von Georg Friedrich Händel  am Sonnabend, 14. Mai, um 18 Uhr, Stadthalle Göttingen.
Galakonzert : 10 Jahre Festspiel-Orchester Göttingen unter der Leitung von Laurence Cummings am Sonntag, 15 Mai, um 18 Uhr , Stadthalle Göttingen.
Oper für die ganze Familie : Familienfassung der Oper Imeneo am Montag,  16. Mai, um 12 Uhr im Deutschen Theater.

Das vollständige Programm: haendel-festspiele.de

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