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Festspiel-Orchester Göttingen gibt Galakonzert

10-jähriges Bestehen Festspiel-Orchester Göttingen gibt Galakonzert

Ein tausendkehliges „Happy Birthday“ war der Gruß des Publikums zum zehnten Geburtstag des Festspiel-Orchesters Göttingen (FOG) in der Pause des Galakonzerts am Sonntag. Den kraftvollen Spitzen-Schlusston sang Dirigent Laurence Cummings: ein Abend in bester Feierlaune.

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Ein „Rolls Royce von einem Orchester“: Festspiel-Orchester Göttingen gibt Galakonzert.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Ganz allmählich, aber sehr zielbewusst zielte das FOG auf seinem Programmweg von Carl Philipp Emanuel Bach über Johann Joachim Quantz über Johann Sebastian Bach hin auf die finale „Wassermusik“ von Händel. Der geniale Bach-Sohn stand mit seiner F-Dur-Sinfonie am Anfang, selbstbewusst wild, zerklüftet in seiner musikalischen Sprache, immer für Überraschungen gut, hier in fahlen, dort in strahlend hellen Farben. Das Quantz-Konzert für zwei Flöten bot Kate Clark und Brian Berryman Gelegenheit, ihre hohe Tonkultur vorzuführen: ungemein graziös, intonationsgenau, mit fein differenziertem Ausdruck.

Im Radio

Das Konzert wird am Sonntag, 5. Juni, um 11 Uhr auf NDR Kultur gesendet.

Brandenburgisches Konzert

Für Bachs fünftes Brandenburgisches Konzert wurde die Bühne gründlich umgebaut. Denn es wurde nicht mit dem gesamten FOG gespielt, sondern mit sieben Musikern in solistischer Besetzung, drei Solo- und vier Tutti-Spielern. Das macht die Textur dieses Konzerts noch durchsichtiger, noch filigraner – und ließ die hochvirtuosen Künste des Solocembalisten Laurence Cummings noch deutlicher hervortreten. In den rasenden Läufen der Cembalokadenz fordert Bach dem Solisten alles ab, mit Geläufigkeit allein ist es nicht getan. Dazu gehört konturenscharfe Exaktheit und eine kluge Dramaturgie des Ablaufs – darüber verfügte Cummings souverän. Seine Mit-Solisten Brian Berryman und Konzertmeisterin Elizabeth Blumenstock an der Violine bewiesen dasselbe hohe Niveau.

„Imeneo“-Arie mit William Berger

Mit Händels unterhaltsamer „Wassermusik“ – in der Anordnung der Sätze, wie sie der erst jetzt erforschten ältesten Überlieferungsquelle zu entnehmen ist – endete der von Cummings heißblütig geleitete Abend. Es war eine helle Freude, in den tänzerischen Sätzen die Bögen der Streicher temperamentvoll hüpfen zu sehen, den kontrastierenden Holz- und Blechbläserpassagen zu lauschen, das gesamte FOG in sprudelnder Spiellaune zu erleben. Die schäumte in den drei Zugaben schier über: eine „Imeneo“-Arie mit William Berger, ein Stückchen slowakische Volksmusik und ein Satz aus der „Turcaria“ von Johann Joseph Fux.

In seinem Grußwort zum Geburtstag hat FOG-Gründer Nicholas McGegan den Jubilar einen „Rolls Royce von einem Orchester“ genannt. Recht hat er.

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Von Redakteur Michael Schäfer

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